Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt http://fortschrittszentrum.de Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt Veröffentlichungen de Sun, 28 May 2017 08:47:36 +0100 Sun, 28 May 2017 08:47:36 +0100 Copyright © 2017 Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt. Alle Rechte vorbehalten. Internationale Prozesse zur Förderung von Lebensqualität mit Beteiligung der Bürger http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2016-11_Internationale_Prozesse ( ) Internationale Prozesse zur Förderung von Lebensqualität mit Beteiligung der Bürger" (ab Seite 32) für die Bundesregierung analysiert Lebensqualitätsprozesse aus fünf verschiedenen Ländern.
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Sun, 6 Nov 2016 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2016-11_Internationale_Prozesse
Die glückliche Variante des Kapitalismus 2.0 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2016-08_Glueckliche_Variante ( ) Länder mit einer hohen Lebensqualität haben viele, teilweise überraschende Gemeinsamkeiten. Unsere neue Studie „Die glückliche Variante des Kapitalismus 2.0“ beleuchtet 25 Länder entlang von 16 verschiedenen Indikatoren. Eine statistische Clusteranalyse fasst ähnliche Länder zu Gruppen zusammen.
Zu den Ländern der glücklichen Variante des Kapitalismus gehören Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, die Niederlande, die Schweiz, Neuseeland – und Deutschland. Dort ist z.B. die Arbeitslosenquote niedrig, die Arbeitszeit kurz, Wirtschaft und Presse sind frei, der Staat ist effektiv und Frauen spielen eine relativ gleichberechtigte Rolle. Insgesamt wurden sechs Varianten des Kapitalismus identifiziert und mit vielen Grafiken illustriert.
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Wed, 24 Aug 2016 09:15:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2016-08_Glueckliche_Variante Fortschritt Lebenszufriedenheit
The happy variety of capitalism 2.0 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2016-08_Happy-Variety ( ) Countries with a high quality of life show many, partly surprising commonalities. Our new study "The happy variety of capitalism 2.0" looks at 25 countries and 16 different indicators. A statistical cluster analysis combines similar countries into groups.
The countries of the happy variety of capitalism include Denmark, Sweden, Norway, Finland, the Netherlands, Switzerland, New Zealand - and Germany. Unemployment and working hours are low, the economy and the press are free, the government is effective and women play a relatively equal role in those countries. A total of six varieties of capitalism were identified and illustrated with many graphs.
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Wed, 24 Aug 2016 09:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2016-08_Happy-Variety Progress Life satisfaction and happiness
Frankfurt, was zählt! http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2015-06_Frankfurt_was_zaehlt ( ) Frankfurt, was zählt!“ aus dem Lebensqualitätsprozess "Schöne Aussichten - Forum für Frankfurt" wurde im Juni 2015 veröffentlicht. Sie enthält kurz und knapp 50 Indikatoren zu Lebensqualität aus 10 Themenfeldern. Mit ihnen kann überprüft werden, ob wir auf dem Weg zu den erwünschten Zukünften sind, wie sie in den Visionen für das Jahr 2030 beschrieben wurden. "Schöne Aussichten - Forum für Frankfurt" ist ein Projekt des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt und baut auf den Forschungsarbeiten des Zentrums auf.]]> Fri, 26 Jun 2015 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2015-06_Frankfurt_was_zaehlt Quality of Life Processes – A Manual http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2015-03_QoL_Processes_A_Manual ( ) Working together on the future of societies – and on the definition and improvement of quality of life – needs new processes. Many people want to get involved and take responsibility, but do not often find the right place to do so. Others have opted out of political and social change processes altogether.At the same time, societal challenges remain large. 
This small manual presents a powerful ten-step process of shaping the future. It combines insights from quality of life processes in Germany and worldwide, scientific research and own practical experience in the context of “Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt” (Positive Futures - Forum for Frankfurt).
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Tue, 24 Mar 2015 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2015-03_QoL_Processes_A_Manual
Lebensqualitätsprozesse - ein Handbuch http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2014-10_Lebensqualitaetsprozesse_Handbuch ( ) Unser Handbuch stellt in zehn Schritten einen leistungsfähigen Prozess der Zukunftsgestaltung vor. Es kombiniert Einblicke aus Lebensqualitätsprozessen in Deutschland und weltweit mit wissenschaftlicher Forschung und eigenen praktischen Erfahrungen im Rahmen von „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt“. Damit soll die Entstehung neuer und die Weiterentwicklung bestehender Prozesse in Kommunen, Bundesländern und Unternehmen angeregt werden.]]> Thu, 16 Oct 2014 12:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2014-10_Lebensqualitaetsprozesse_Handbuch Fortschritt Methoden gesellschaftlichen Wandels Zukunft Fortschrittsindex 2013 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2013-12_Fortschritttsindex_2013 ( ) Fortschrittsindex 2013. Er ist nach wie vor der einzige Lebensqualitätsindex, der ökonomische, soziale und ökologische Aspekte des Fortschritts zusammenfasst und für 22 Länder über einen längeren Zeitraum verfügbar ist. Deutschland lag im Jahr 2012 auf dem vierten Platz hinter Norwegen, Neuseeland und Australien. Von 2002 bis 2012 haben Südkorea, Norwegen, Neuseeland und Deutschland den größten Fortschritt gemacht. Die hohe Dynamik Deutschlands ist auf höhere Einkommen und mehr Ausbildung zurückzuführen. In den Bereichen Gesundheit und Umwelt war dagegen relativ wenig Fortschritt zu verzeichnen – viel zu tun für die neue Bundesregierung]]> Wed, 18 Dec 2013 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2013-12_Fortschritttsindex_2013 Fortschritt Die Kraft gesellschaftlicher Visionen http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2013-08_SA_Synthese ( ) Die Kraft gesellschaftlicher Visionen.“
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Tue, 27 Aug 2013 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2013-08_SA_Synthese Lebenszufriedenheit Zukunft Methoden gesellschaftlichen Wandels Fortschritt
Schöne Aussichten 11: Werte schaffen Werte http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2013-07_SA11_Werte ( ) In der 11. Folge unserer Reihe „Schöne Aussichten“ stellt Daniela Scholl unter dem Titel "Werte schaffen Werte" die Vision eines Unternehmers vor, der Herzlichkeit, Werte, die Mitarbeiter und Langfristorientierung betont. Das Unternehmen und die Geschäftsführer des Unternehmens dienen den Menschen im Unternehmen, nicht umgekehrt. In der Studie werden zudem Netzwerke in Deutschland und rund um den Globus vorgestellt, die an ähnlichen Ansätzen arbeiten.]]> Mon, 8 Jul 2013 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2013-07_SA11_Werte Fortschritt Arbeitswelt Megatrends und Kommunikationsmethoden http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2013-02_Megatrends_Kommunikation ( ) Beitrag für das Jahrbuch immobilien.megatrends zeigt Stefan Bergheim auf, welche Methoden im Umgang mit den komplexen Auswirkungen von Megatrends wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, demografischer Wandel und Globalisierung helfen können und welche Grundprinzipien zu beachten sind.
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Wed, 20 Feb 2013 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2013-02_Megatrends_Kommunikation Methoden gesellschaftlichen Wandels
Gastgeber statt Helden http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2013-01_Gastgeber_statt-Helden ( ) In einem Beitrag für den Immobilien Manager schildert Stefan Bergheim, dass moderne Führungskräfte oft eher Gastgeber sein sollten, als Helden (in Anlehnung an Margaret Wheatley).]]> Thu, 10 Jan 2013 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2013-01_Gastgeber_statt-Helden Methoden gesellschaftlichen Wandels Lebensqualität in der Stadt von morgen http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-12_Lebensqualitaet_Stadt ( ) Die Stadt von morgen wird einem breiten Spektrum menschlicher Bedürfnisse gerecht werden müssen, das sich weit über materielle Aspekte hinaus erstreckt. In einem Beitrag für das Magazin "Immobilien Manager" illustriert Stefan Bergheim dieses Spektrum mit Hilfe von zwei Projekten in Nordamerika: Jacksonville Indicators und Vancouver Vital Signs.]]> Thu, 6 Dec 2012 10:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-12_Lebensqualitaet_Stadt Schöne Aussichten 10: Ireland – Towards 2016 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-04_SA10_Ireland_2016 ( ) In der 10. Folge unserer Reihe „Schöne Aussichten“ analysiert Hans-Peter Schoech das 2006 in Irland vereinbarte Sozialpartnerschaftsabkommen „Ireland – Towards 2016“. Er zeigt die Erfolge früherer Abkommen und die Weiterentwicklung – aber auch das krisenbedingte Scheitern – dieses Abkommens auf. Informelle Strukturen dominierten hier. Auf eine institutionelle Verankerung wurde verzichtet – eine der von uns identifizierten acht Eigenschaften wirkungsvoller Visionen wurde somit verletzt.]]> Mon, 30 Apr 2012 04:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-04_SA10_Ireland_2016 Erst Vision, dann Indikatoren http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-04_Vision_Indikatoren ( ) Erst Vision, dann Indikatoren" von Stefan Bergheim für das Fortschrittsforum nach (pdf-Version)
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Fri, 13 Apr 2012 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-04_Vision_Indikatoren Fortschritt Zukunft
Bessere Zukunft mit Visionen http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-03_SA_Hintergrund ( ) Im Hintergrundpapier "Bessere Zukunft mit Visionen" zu unserer Serie "Schöne Aussichten" präsentiert Juliane Pohl acht Eigenschaften wirkungsvoller Visionen.]]> Thu, 29 Mar 2012 06:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-03_SA_Hintergrund Learning Productivity: It is Time for a Breakthrough http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-03_Learning_Productivity ( ) Gemeinsame Studie "Learning Productivity: It is Time for a Breakthrough" von Stefan Bergheim, Riel Miller und Illka Tuomi zu Lernen, Produktivität und Wohlergehen. ]]> Thu, 29 Mar 2012 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-03_Learning_Productivity Schöne Aussichten 9: Die Gemeinwohl-Ökonomie http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-02_SA9_Gemeinwohloekonomie ( ) In der 9. Folge unserer Reihe "Schöne Aussichten" untersucht Ulrike Reisach die Vision der Gemeinwohl-Ökonomie von Christian Felber. Sie findet einige Punkte, die auch im aktuellen Wirtschaftssystem umsetzbar sind - und andere, die auf große Widerstände stoßen werden. ]]> Mon, 27 Feb 2012 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-02_SA9_Gemeinwohloekonomie Schöne Aussichten 8: Demokratie - Ein Ausflug ins Mögliche http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-02_SA8_Demokratie ( ) Jan Lachenmayer und Timo Maier stellen in der 8. Folge unserer Reihe "Schöne Aussichten" die "Revolution der Demokratie" des Philosophen Johannes Heinrichs vor. Hier steht der Mensch im Mittelpunkt und es wird Politik zum Wohle der Allgemeinheit gemacht. ]]> Wed, 15 Feb 2012 12:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-02_SA8_Demokratie Positive Futures 3: Tasmania Together http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-01_SA3_Tasmania ( ) The vision "Tasmania Together" was published in the year 2000. Stefan Bergheim's paper highlights it as a good example for how people can work together to develop a vision and link it to action - even if some conflicts do not get resolved. This is a translation of the German note „Tasmanien Gemeinsam“ published in mid-2011 as issue three in our series “Schöne Aussichten” (Positive Futures), where we analyze how attractive visions about the future are formulated, implemented and tracked. The other issues have not been translated.]]> Tue, 31 Jan 2012 10:30:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2012-01_SA3_Tasmania Worüber reden wir hier eigentlich? http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-12_Worueber_reden ( ) Worüber reden wir hier eigentlich?" für das Fortschrittsforum (pdf-Version). Es hilft ein Blick auf die internationale Diskussion.
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Thu, 15 Dec 2011 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-12_Worueber_reden Fortschritt Zukunft Lebenszufriedenheit
Schöne Aussichten 7: Santa Cruz - Projekt zur Gemeinschaftsbewertung http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-12_SA7_Santa_Cruz ( ) Das Gemeinschaftsbewertungsprojekt im kalifornischen Santa Cruz County (Community Assessment Project, CAP) richtet sich an messbaren Zielen aus: Die Lebensqualität der Region wird erfasst, Ziele werden definiert und konkrete Handlungen ausgeführt. Die Daten machen Problemzonen sichtbar und zeigen, ob Maßnahmen greifen und Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden. Das Besondere an dieser „Schönen Aussicht“ ist die breite Bürgerbeteiligung in allen Phasen des Projekts. Ines Seidel von Zukunftsfitness hat diese 7. Folge unserer Reihe „Schöne Aussichten“ verfasst.]]> Wed, 14 Dec 2011 11:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-12_SA7_Santa_Cruz Schöne Aussichten 6: Die Traumgesellschaft - Geschichten bestimmen den Konsum http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-12_SA6_Traumgesellschaft ( ) Das Buch „Die Traumgesellschaft“ von Rolf Jensen sagt eine postmaterialistische Gesellschaft voraus, in der Produkte und Güter vor allem deswegen gekauft werden, weil sie Geschichten erzählen, mit denen sich die Menschen emotionale und soziale Bedürfnisse erfüllen. Juliane Pohl hat diese Schöne Aussicht in der 6. Folge unserer Reihe kritisch unter die Lupe genommen. ]]> Tue, 13 Dec 2011 11:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-12_SA6_Traumgesellschaft Progress Index 2011 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-12_Progress_Index_2011 ( ) A short English summary of the long German study on the Progress Index 2011.]]> Wed, 7 Dec 2011 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-12_Progress_Index_2011 Fortschrittsindex 2011 – Lebensqualität neu vermessen http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-12_Fortschrittsindex_2011 ( ) Der Fortschrittsindex des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt ist weltweit nach wie vor die einzige Messgröße, die ökonomische, soziale und ökologische Aspekte des Fortschritts zusammenfasst und für 22 OECD-Länder für den Zeitraum 1970 bis 2009 vorliegt. Norwegen, Schweden und die Schweiz waren 2009 die fortschrittlichsten Länder. Deutschland folgt auf Platz 5. In der Studie „Fortschrittsindex 2011" werden auch andere Fortschrittsmaße diskutiert und nationale sowie lokale Fortschrittsprojekte von „State of the USA“ bis zu den „Vancouver Vital Signs“ vorgestellt. Damit wollen wir der deutschen Diskussion über Fortschrittsmaße, gesellschaftliche Prioritäten und wünschenswerte Zukünfte neue Impulse geben.]]> Thu, 1 Dec 2011 08:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-12_Fortschrittsindex_2011 Fortschritt Schöne Aussichten 5: Vision 2050 des WBCSD http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-11_SA5_Vision_2050 ( ) 5. Folge unserer Serie „Schöne Aussichten", wie global der Blick der Wirtschaft auf die Zukunft angelegt ist und wie zum Mitdenken und Mitentwickeln angeregt wird. ]]> Thu, 27 Oct 2011 03:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-11_SA5_Vision_2050 Geld oder Leben? http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-08_ZOE_Geld_oder_Leben ( ) Geld oder Leben?" für die Zeitschrift für Organisationsentwicklung (Schwerpunkt: Zukunft des Change Managements) zeigt Stefan Bergheim auf, wie Erfolg von Organisationen und Gesellschaften immer breiter und umfassender definiert und gemessen wird. Handeln wird sich an diesen breiteren Zielen orientieren.]]> Fri, 21 Oct 2011 11:34:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-08_ZOE_Geld_oder_Leben Zukunft Sicherheit macht zufrieden http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-09_Sicherheit_zufrieden ( ) Sicherheit macht zufrieden“ analysieren Friedericke Hardering und Stefan Bergheim die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für eine hohe Zufriedenheit mit der Arbeit. Die Veränderungen der letzten Jahrzehnte waren für viele Deutsche mit ihrer starken Orientierung auf Sicherheit eine große Herausforderung. Geringere Arbeitslosigkeit, weniger prekäre Beschäftigung und vor allem eine Kommunikationskultur, die stärker die Chancen in den Blick nimmt, könnten zu einem Wiederanstieg der Arbeitszufriedenheit beitragen.]]> Mon, 26 Sep 2011 10:17:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-09_Sicherheit_zufrieden Arbeitswelt Lebenszufriedenheit Gesundheit Schöne Aussichten 4: Indikatorenprojekt Jacksonville http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-09_SA4_Jacksonville ( ) dieser vierten Folge unserer Reihe „Schöne Aussichten“ wie Verbesserungen mit geeigneten Indikatoren gemessen werden können.]]> Fri, 23 Sep 2011 04:02:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-09_SA4_Jacksonville Schöne Aussichten 3: Tasmanien Gemeinsam http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-08_SA3_Tasmanien-Gemeinsam ( ) Analyse von Stefan Bergheim zeigt aber auch, welche Konflikte sichtbar wurden.]]> Mon, 29 Aug 2011 10:13:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-08_SA3_Tasmanien-Gemeinsam Fortschritt Zukunft Wirtschaft als Dienerin der Menschen http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-07_SMW_Biron ( ) Beitrag für die Zeitschrift "Palais Biron" der Baden-Badener Unternehmergespräche beleuchtet Stefan Bergheim das Gesellschaftskonzept der Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft. Das Konzept ist auch heute noch sehr relevant und viele Elemente finden sich in aktuellen Initiativen der breiten Wohlfahrtsmessung. Der Beitrag baut auf der Studie von Veronica Barth zu den Ideen der Gründerväter auf.]]> Fri, 12 Aug 2011 09:36:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-07_SMW_Biron Fortschritt Schöne Aussichten 2: Die Global Reporting Initiative http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-07_SA2_Global_Reporting ( ) Global Reporting Initiative“.]]> Wed, 20 Jul 2011 12:45:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-07_SA2_Global_Reporting Fortschritt Zukunft Schöne Aussichten 1: Der Große Übergang http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-07_SA1_Grosser_Uebergang ( ) Großen Übergangs“ der Global Scenario Group.]]> Wed, 20 Jul 2011 12:15:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-07_SA1_Grosser_Uebergang Fortschritt Zukunft Schöne Aussichten - Vorwort http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-07_SA0_Vorwort ( ) Vorwort erläutert Stefan Bergheim das Projekt und lädt zu Anmerkungen und Kommentaren ein.]]> Wed, 20 Jul 2011 12:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-07_SA0_Vorwort Fortschritt Zukunft Wie gut geht es uns eigentlich? http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-06_Wie_gut_gehts_uns ( ) Beitrag für die Zeitschrift "Treffpunkt" der Sparkassengruppe erläutert Stefan Bergheim die Bedeutung breiter Erfolgsmaße, die über das Bruttoinladnsprodukt hinausgehen.]]> Mon, 20 Jun 2011 09:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-06_Wie_gut_gehts_uns Fortschritt Gemeinsam für eine zukunftsfähige Soziale Marktwirtschaft http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-04_SozMarkt_Prozess ( ) gesamten Studie.]]> Wed, 6 Apr 2011 05:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-04_SozMarkt_Prozess Fortschritt Zukunft Politisches Tagesgeschäft Soziale Marktwirtschaft http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-04_SozMarkt_Tagesgeschaeft ( ) gesamten Studie.]]> Wed, 6 Apr 2011 04:40:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-04_SozMarkt_Tagesgeschaeft Fortschritt Rechtliche Gestaltung Zukunft Die Soziale Marktwirtschaft im internationalen Vergleich http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-04_SozMarkt_International ( ) gesamten Studie.]]> Wed, 6 Apr 2011 04:30:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-04_SozMarkt_International Fortschritt Rechtliche Gestaltung Zukunft Die Soziale Marktwirtschaft - Ideen der Gründerväter und praktische Umsetzung http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-04_SozMarkt_Gruendervaeter ( ) gesamten Studie.]]> Wed, 6 Apr 2011 03:13:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2011-04_SozMarkt_Gruendervaeter Fortschritt Rechtliche Gestaltung Zukunft Mitarbeiter Fortschrittsindex http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-11_Fortschrittsindex ( ) Zur Studie.
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Thu, 11 Nov 2010 08:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-11_Fortschrittsindex Fortschritt Zukunft Wachstum
The Progress Index http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-11_ProgressIndex ( ) Progress Index published by the Center for Societal Progress is the first to combine economic and ecological aspects for 22 countries over the period 1970 to 2008. It has four components: income, health, education and the environment. The research paper can be downloaded here.]]> Thu, 11 Nov 2010 07:40:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-11_ProgressIndex Nachhaltigkeit und Fortschritt umfassend messen http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-11_Nachhaltigkeit_Fortschritt ( ) Nachhaltigkeit bedeutet, dass es künftigen Generationen mindestens so gut gehen wird wie der Generation davor. Fortschritt bedeutet mehr: jeder künftigen Generationen geht es besser als der Generation davor. Rückschritt ist die weniger attraktive dritte Option. Um Aussagen über Fortschritt, Nachhaltigkeit oder Rückschritt treffen zu können, müssen wir definieren und messen was für uns – und nach unserer Einschätzung vermutlich auch für künftige Generationen – ein gutes Leben und Wohlstand ausmachen. Erst auf dieser Basis können wir politische Strategien und gesellschaftliche Prioritäten festlegen.

Somit haben wir heute die Verantwortung, der nächsten Generation so viel Vermögen zu hinterlassen, dass diese mindestens unseren Wohlstand erreichen kann und der folgenden Generation wiederum hinreichend viel Vermögen weitergeben kann. Der Vermögensbegriff muss dazu so weit wie möglich gefasst werden: neben den natürlichen Ressourcen – erneuerbar oder nicht – gehören dazu mindestens das Sachvermögen, das Humanvermögen (Bildung, Gesundheit) und das Sozialvermögen (Beziehungen). Mit Ausnahme der nicht-erneuerbaren natürlichen Ressourcen können alle Vermögensarten vermehrt werden.

Um eine Aussage über Lebensstandard und Wohlstand insgesamt bzw. das dafür einsetzbare gesellschaftliche Vermögen machen zu können, müssen ganz unterschiedliche Dinge zusammengefasst und bewertet werden. Steigt beispielsweise das Vermögen, wenn wir 20 neue Kindertagesstätten gebaut haben, aber gleichzeitig durch unsere zunehmende Mobilität einen höheren CO2 Ausstoß verursacht haben? Diese unterschiedlichen Aspekte – vor allem wenn sie nicht in Euro zu beziffern sind – zu einer Gesamtschau zusammenzufassen ist die große Herausforderung für alle Initiativen, die sich mit der Messung von Fortschritt und Nachhaltigkeit beschäftigen

In Europa gibt es momentan mindestens drei staatliche Initiativen, die diese verschiedenen Vermögensarten im Blick haben und auf einen Fortschritt für künftige Generationen hinarbeiten – auch wenn dort in der Regel nicht die gleichen Begriffe verwendet werden wie hier. Diese drei Initiativen stehen heute noch neben einander und befruchten sich kaum: Die Europa-2020 Strategie der Europäischen Kommission, die Nachhaltigkeitsstrategien der EU und ihrer einzelnen Mitgliedsstaaten und die neuen Initiativen zur breiten Wohlfahrtsmessung.

In der Europa-2020 Strategie der Europäischen Kommission geht es um intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum. Das entspricht weitgehend den drei klassischen drei Säulen der Nachhaltigkeit: ökonomisch, ökologisch und sozial. Konkrete Ziele sind unter anderem eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um 20% gegenüber 1990, eine Verringerung der Schulabbrecherquote von heute 15% auf 10% und eine Verringerung der Armut. Federführend ist auf Europäischer Ebene die Generaldirektion Wirtschaft und in Deutschland das Bundesministerium für Wirtschaft.

Die Nachhaltigkeitsstrategien der europäischen Länder haben einen klaren Schwerpunkt auf Umweltthemen, berücksichtigen aber auch Wirtschaftswachstum, Beschäftigung, Bildung, Gesundheit und andere Themen. Federführend ist auf Europäischer Ebene die Generaldirektion Umwelt und in Deutschland das Bundesministerium für Umwelt.

Die dritte und jüngste Initiative ist die insbesondere vom französischen Staatspräsidenten Sarkozy und seiner Stiglitz-Sen-Fitoussi-Kommission voran getriebene Suche nach breiten Wohlfahrtsmaßen. Im Endbericht der französischen Kommission geht es um die Themen: Wirtschaftswachstum, Gesundheit, Bildung, Umwelt, soziale Beziehungen, politische Mitsprache und Unsicherheit. Auch hierzu gibt es eine offizielle Kommunikation der Europäischen Kommission. Die europäische Statistikbehörde Eurostat ist stark involviert und es gibt einige Querverbindungen zum OECD Netzwerk der Fortschrittsmessung. In Deutschland ist das Bundesministerium für Wirtschaft zuständig und der Sachverständigenrat Wirtschaft wird gegen Ende des Jahres ein Gutachten zur Anwendbarkeit auf Deutschland vorlegen.

Die inhaltliche Nähe dieser drei Ansätze ist nicht zu übersehen und die Verwirrung der Anwender in Politik und Gesellschaft daher groß. Wirklich nachhaltig wäre es, wenn diese drei Ansätze an einer gemeinsamen Sprache, einer gemeinsamen Vorgehensweise und gemeinsamen Indikatoren zu Nachhaltigkeit und Fortschritt arbeiten würden. Letztlich sollte ein gemeinsamer Ansatz gefunden werden. Dazu müssten die genannten Generaldirektionen, Ministerien, Abteilungen und ihre Gegenüber in Wissenschaft und Gesellschaft intensiver miteinander kommunizieren.

Die von SPD und Grünen beantragte Enquête-Kommission des Bundestags zu „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt“ ist eine ideale Gelegenheit, diesen Brückenschlag zumindest in Deutschland zu schaffen. Auch die Bundeskanzlerin scheint dieses Anliegen zu teilen. Im Februar dieses Jahres forderte sie in einer Videobotschaft dazu auf, über Wachstum und nachhaltigen Wohlstand neu nachzudenken und nannte in diesem Zusammenhang die Themen Sicherheit, Lebensqualität, Gesundheit und den nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen.

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Fri, 5 Nov 2010 03:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-11_Nachhaltigkeit_Fortschritt Fortschritt Zukunft Wachstum
Wachstum und Fortschritt http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-06-Growth ( ) Auf einem Seminar mit Zukunftsforschern in Helsinki spannte Stefan Bergheim den Bogen von der neoklassischen Wachstumsanalyse über evolutionäre Wachstumsmodelle hin zu breiten Wohlfahrtsmaßen. Die Präsentation ist nur auf Englisch verfügbar.

Zur Präsentation.

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Mon, 28 Jun 2010 08:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-06-Growth Fortschritt Wachstum
Den Fortschritt messen http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-05_Fortschritt_messen ( ) Auf der Veranstaltung „Vorstellungen vom Glück – welches Wachstum?“ der Deutschen Bhutan Himalaya Gesellschaft präsentierte Stefan Bergheim darüber, wie Fortschritt richtig zu messen ist.

Zur Präsentation.

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Sat, 15 May 2010 09:54:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-05_Fortschritt_messen Fortschritt Lebenszufriedenheit
Prioritäten für die Stiftungsarbeit finden http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-04_Stiftungsarbeit ( ) Stiftungen stehen immer wieder vor den gleichen Fragen. Welche Projekte sollen weitergeführt werden? Welche Projekte sollen neu gefördert werden? Diese Entscheidungen sind nicht einfach, denn Ressourcen sind begrenzt und oft ist nicht klar definiert, wie die Prioritäten für die Stiftungsarbeit bestimmt werden.

Die Bürgerstiftungen in Kanada standen vor den gleichen Herausforderungen. Vor einigen Jahren habe sie mit dem Projekt „Vital Signs of Canada“ begonnen, systematisch die Vitalität der Städte zu erfassen in denen sie arbeiten. Damit sollen signifikante Trends in zehn Themenbereichen erkannt werden, die für die Lebensqualität der Menschen wichtig sind: Gesundheit, Bildung, Sicherheit, Ungleichheit, Wohnen, Arbeiten, Zusammenhalt, Kultur, Umwelt sowie Startbedingungen. Aus deren Bewertungen durch Bürger und Wissenschaftler werden dann Prioritäten für die Stiftungsarbeit abgeleitet. Aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Bereiche ergeben sich immer wieder neue, relevante Einblicke.

Die Region Vancouver beispielsweise zeigt, wie wertvoll und wirksam eine solche Vorgehensweise sein kann. Dort arbeiten Stiftungen, Stadt, Presse, Bürgerinitiativen, Wissenschaftler, Unternehmen und viele andere gemeinsam daran, dass die Region so gesund, wohlhabend und fair wie nur möglich wird. Die Bürger werden befragt, was aus ihrer Sicht die wichtigsten Herausforderungen für die Region sind. Mehr als 1000 Einwohner vergeben regelmäßig Schulnoten zu den relevanten Themen.

Im Jahr 2008 standen Verkehrsprobleme ganz oben auf der Sorgen-Liste der Bürger, da aufgrund der hohen Mieten in der Innenstadt viele Menschen in den Vororten mit langen Arbeits- und Schulwegen leben. Für die Stiftungsarbeit wurde daraus ein konkretes Projekt entwickelt, in dem Migranten, Flüchtlingen und obdachlosen Jugendlichen Bustickets zur Verfügung gestellt werden. Dies können Tickets zu Arbeit, Integration und einem besseren Leben sein. Für die Stiftung und die Stadt kann es gut angelegtes Geld sein.

In Deutschland ist diese systematische Ableitung von Prioritäten mit Hilfe einer breit angelegten Analyse der Lebensverhältnisse der Menschen bisher kaum entwickelt. Dies gilt sowohl auf der lokalen wie auch auf der nationalen Ebene – die sich gegenseitig ergänzen und befruchten müssen. Nun bekommt die Wohlergehensmessung auf nationaler Ebene auch in Deutschland immer mehr Fürsprecher. Auslöser dafür war die vom französischen Präsidenten Sarkozy eingesetzte Kommission, die unter Leitung der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und Amartya Sen im Herbst 2009 ihren Abschlussbericht vorlegte. In Deutschland machen sich der Bundespräsident, die Bundeskanzlerin und der Bundesfinanzminister für breitere Maße von Wohlergehen, Fortschritt und Lebensqualität stark.

Neben staatlichen Initiativen tritt in der Zivilgesellschaft das „Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt“ für eine systematische Erfassung der gesamtgesellschaftlichen Situation ein, auf deren Basis dann politische Entscheidungen getroffen werden können. Das Zentrum wurde Ende 2008 als unabhängige Denkfabrik nach angelsächsischem Muster gegründet. Es will mit fundierten und kreativen Analysen und Diskussionsbeiträgen die Voraussetzungen für gesellschaftlichen Fortschritt, Wohlstand und Wohlergehen der Menschen in Deutschland verbessern. Als einziger deutscher Korrespondent ist das Zentrum im globalen Fortschrittsprojekt der OECD aktiv, das als Netzwerk die verschiedenen Projekte rund um den Globus miteinander verbindet ohne zentrale Standards vorzuschreiben.

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Mon, 26 Apr 2010 09:42:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-04_Stiftungsarbeit Fortschritt Lebenszufriedenheit
Stärkt den Konsum! http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-02_Staerkt_den_Konsum ( ) Deutschland hat die Rezession hinter sich gelassen und steht am Anfang eines neuen Aufschwungs. Leider scheinen wir einen Fehler zu wiederholen, der die Rezession hierzulande so überdurchschnittlich stark ausfallen ließ. Denn wieder ruhen die Hoffnungen vieler Beobachter auf dem Export als dem Motor der Wirtschaft. Die Lehren aus dem schmerzhaften Absturz der Exporte in der jüngsten Rezession sind wohl nicht gezogen worden: Wir können als Land nicht durch den Nettoexport immer weiter wachsen. Der Überschuss in der deutschen Leistungsbilanz von knapp 8 Prozent des BIP im Jahr 2007 war ein klarer Verstoß gegen das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967.

Es ist an der Zeit, den Konsum wieder zum obersten Ziel des Wirtschaftens zu machen. Die Wirtschaft ist dazu da, Güter und Dienstleistungen zu erstellen, mit denen die Menschen eines Landes ihre materiellen Bedürfnisse befriedigen können. Auch für Ludwig Erhard stand der Konsum im Mittelpunkt des Wirtschaftens. In seinem Buch „Wohlstand für Alle“ war für ihn „der Mensch, insbesondere in seiner Funktion als Verbraucher“ die Orientierungsgröße für die Wirtschaftspolitik. Sicherlich ist der Konsum nicht der einzige Weg zur Zufriedenheit, aber er ermöglicht vieles andere. Nochmals Erhard: „wenn die materielle Basis der Menschen geordnet ist, werden diese selbst frei und reif für ein höheres Tun.“

Mehr Konsum bedeutet nicht mehr wie in den 1960er Jahren einen größeren Sonntagsbraten oder eine neue Waschmaschine. Der Zuwachs kommt heute aus ganz anderen Bereichen: dem Wohnen und von Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheit. Bis Ende der 1990er Jahre leisteten sich die Deutschen immer größere Wohnungen, so dass die Mietzahlungen heute mit einem Anteil von 16 Prozent den größten Posten im inländischen Konsum stellen. Viele andere, personenbezogene Dienstleistungen sind nach wie vor unterentwickelt, da insbesondere die Märkte für Bildung und Gesundheit von staatlichen Zahlern dominiert werden. Für mehr privaten Konsum auf freien Märkten ist hier noch viel Luft nach oben.

In den letzten Jahren wurde das wirtschaftliche Ziel eines steigenden Konsums in Deutschland klar verfehlt. Von 2001 bis 2008 stieg der private Verbrauch inflationsbereinigt insgesamt um lediglich ein Prozent – was den letzten Platz unter 21 reichen Ländern bedeutet. Andere konnten im gleichen Zeitraum Anstiege um 15 bis 20 Prozent verzeichnen: Frankreich, Dänemark, Spanien und die USA. Noch kräftiger war der Zuwachs mit rund 30% in Kanada, Australien und Norwegen.

Der öffentliche Aufschrei gegen diese Zielverfehlung ist in Deutschland bisher ausgeblieben. Aber es gibt Menschen, die Konsequenzen aus dieser unbefriedigenden Situation ziehen. Die genannten Länder mit dem kräftigen Anstieg des privaten Verbrauchs zählen zu den beliebtesten Zielen deutscher Auswanderer. Offenbar haben diese eine hohe Attraktivität für viele Deutsche.

Der schwache deutsche Konsum hat viele Ursachen. Die Konzentration von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf „Wettbewerbsfähigkeit“ und „Exportweltmeisterschaft“ hat zu einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse weg von den Arbeitnehmern geführt. Somit haben viele Jahre Lohnzurückhaltung den Konsum gedämpft. Zudem ließ die Anhebung der Mehrwertsteuer die Preise anstiegen und somit die reale Kaufkraft der kleinen Lohnzuwächse sinken. Außerdem sparten die Deutschen mehr: Haushalte mit hohem Einkommen und einer hohen Sparquote profitierten von kräftig steigenden Gewinneinkommen, wodurch die gesamte Sparquote stieg. Der Konsum insgesamt wurde geschwächt.

Um dem Konsum wieder seinen Platz als oberstes Ziel des Wirtschaftens zukommen zu lassen und ihn ähnlich zunehmen zu lassen wie in anderen Ländern, sind weder Konsumschecks noch Steuergeschenke notwendig. Vielmehr geht es um eine gleichgewichtige Entwicklung, in der alle Beteiligten wissen, dass das Ziel der Konsum und nicht der Export ist. Höhere Löhne sind dann in manchen Branchen eher zu rechtfertigen, wenn nicht mehr alles einer schwammig definierten „internationalen Wettbewerbsfähigkeit“ untergeordnet wird. Steuererhöhungen, die den Konsum belasten, sollten unterbleiben. Ein Satz von Ludwig Erhard lässt sich auch auf die Frage nach den Zielen des Wirtschaftens anwenden: „Diese Prinzipien sind nur dann zu verwirklichen, wenn die öffentliche Meinung entschlossen ist, ihnen Vorrang vor egoistischen Sonderinteressen einzuräumen.“

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Wed, 17 Feb 2010 05:41:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-02_Staerkt_den_Konsum Wachstum Zukunft
Was ist gesellschaftlicher Fortschritt? http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-02_Interview_Witt ( ) 1. Herr Prof. Witt, Sie sind Direktor am Max-Planck-Institut für Ökonomik in Jena, wo Sie die Abteilung für Evolutionsökonomik leiten. Warum ist es Ihrer Ansicht nach an der Zeit, dass wir uns als Gesellschaft wieder verstärkt Gedanken über unser Fortschrittsverständnis machen?

Wirtschaftlicher “Fortschritt” kann für jeden etwas anderes bedeuten: z.B. mehr Geld, mehr berufliche Sicherheit bzw. soziale Absicherung, mehr Freizeit und weniger beruflichen Stress, oder eine bessere gesundheitliche Versorgung und eine saubere und friedliche Umwelt. Alle diese Wünsche haben etwas gemeinsam. Sie kosten etwas. Nicht bloß weil trotz Fortschritt unsere Möglichkeiten stets beschränkt sind, sondern auch weil “Fortschritt” für die einen (z.B. höhere Produktivität) “Rückschritt” für andere bedeuten kann (z.B. in Form von Arbeitsplatzverlust). Wir müssen deshalb abwägen, wie wir die Prioritäten setzen wollen. Für den Zusammenhalt der Zivilgesellschaft ist es wichtig, dass diese Prioritätensetzung eine breite Unterstützung findet. Nicht nur dort, wo sie politisch entschieden werden muss, sondern auch da wo wir sie durch unser Marktverhalten bewirken – das muss miteinander verträglich sein. Vor allem dazu brauchen wir einen gesellschaftlichen Diskurs. Außerdem gibt es Anzeichen, dass die einfache Gleichung Wirtschaftswachstum = Fortschritt, die für viele in der Vergangenheit gegolten hat, nicht mehr so leicht zu realisieren sein wird. Wie sollen die Gewichte dann verteilt werden?

2. Was macht für Sie Fortschritt aus und was halten sie vom Bruttoinlandsprodukt als Maß für Fortschritt und Wohlstand?

Die Antwort darauf, was wirtschaftlichen Fortschritt ausmacht, enthält ein Werturteil – ebenso wie die gerade erwähnte Prioritätensetzung. Man kann darüber also mit Recht unterschiedlicher Meinung sein. (Anders als über Tatbestandsaussagen wie die, dass das Prokopf-Einkommen gestiegen oder die Arbeitslosenquote gesunken ist, die entweder wahr oder falsch sind.) Was für mich persönlich Fortschritt ist – dass mehr Menschen ein Leben in Würde, Freiheit und ohne Existenznot in einer intakten Umwelt führen können – ist ein möglicher Standpunkt. Es gibt andere und man kann sich über ihre Begründung austauschen. Gerade dazu brauchen wir ja den Diskurs. Die Höhe des BIP kann für stark materiell orientierte Fortschrittsvorstellungen ein Anhaltspunkt sein. Es ist mit den materiellen Möglichkeiten einer Gesellschaft hoch korreliert. Der Vorbehalt liegt in der Frage, ob die Institutionen der Gesellschaft taugen, das Angebot an öffentlichen Gütern im gesellschaftlich gewünschten Umfang zu erstellen und – damit zusammenhängend – in der Frage der personellen Verteilung des BIP.

3. Oft wird behauptet, dass für Menschen in der ganzen Welt die gleichen Dinge wichtig sind (Gesundheit, Familie, Freunde, Arbeit, Umwelt usw.), aber dass sich die Gewichte je nach gesellschaftlichem Entwicklungsstand oder individueller Lebenssituation (Alter, Arbeitslosigkeit usw.) unterschieden. Was halten Sie von dieser These?

Es wäre nicht überraschend, wenn viele der Bedürfnisse, deren Erfüllung uns wichtig ist, auch von anderen Menschen geteilt werden. Schließlich haben wir einen Gutteil unserer genetisch angelegten Verhaltensdispositionen gemeinsam. Es würde auch nicht überraschen, wenn die kulturellen Besonderheiten der Umgebung, in der wir aufgewachsen sind, eine Rolle spielen. Denn wir sind lernfähig und beeinflussbar bezüglich dessen, was wir für wichtig halten. (Die kulturellen Einflüsse erklären, warum Unterschiede im durchschnittlichen Verhalten zwischen Gesellschaften größer sein können als die genetisch angelegten Verhaltensunterschiede.) Schließlich liegt es auf der Hand, dass unserer spezifischen Lebensumstände und  -erfahrungen sowie unsere kognitive Reflexion einen Einfluss darauf haben, wie jeder Einzelne die Gewichte setzt. Wir Menschen haben aber die einzigartige Fähigkeit, uns in die Situation anderer versetzen zu können. Wir können deshalb wechselseitig die Motive verstehen, die zu unterschiedlichen Prioritätensetzungen führen, und uns auf dieser Grundlage auch über deren relative Berechtigung verständigen. Dies ist die große Chance, die der oben geforderte Diskurs für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft bieten kann.

4. Welche Länder haben nach Ihrer Einschätzung ein hohes Niveau gesellschaftlicher Entwicklung erreicht und können uns Deutschen als Vorbild diesen?

Man denkt hier – und ich tue das auch – zumeist an hochentwickelte Länder mit deutlich kleinerer Bevölkerungszahl als Deutschland. Aber was an Diskursformen und wechselseitigem Zuhören in, sagen wir, Dänemark oder der Schweiz mit ihren 5 oder 8 Mio. Einwohnern möglich ist, ist nicht ohne weiteres auch in Deutschland mit seinen 82 Mio. Einwohnern möglich (geschweige denn in noch viel größeren Ländern). Kurz und gut, ich glaube, dass es für den gesellschaftlichen Entwicklungsstand nicht bloß auf die Höhe des Prokopf-Einkommens ankommt. Entscheidend ist auch eine breite Verständigung darüber wie das Einkommen verwendet werden soll. Da sind wir wieder bei der Prioritätensetzung und der Vorstellung eines guten Lebens, die ihr zugrunde liegt. Diese Verständigung scheint schwieriger zu werden, je größer die Einwohnerzahl. Der Grund könnte sein, dass die Medien dann immer weniger in der Lage sind, einen differenzierten, vielstimmigen Diskurs zu organisieren. Gewollt oder nicht, scheinen sie mehr und mehr zum Sprachrohr der Mächtigen und Prominenten zu werden, während die breite Bevölkerung die Möglichkeit verliert, sich zu artikulieren. Das hat Folgen für das Niveau der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir sollten der Leistung unserer Medien viel kritische Aufmerksamkeit schenken.

5. Seit einigen Jahren ist immer öfter vom Entstehen einer Wissensgesellschaft die Rede. Ist mehr Bildung ein Ausweg aus der deutschen Wachstumsschwäche?

Ich denke man muss hier zwei Dinge trennen. Auf der einen Seite stehen die Ursachen der Wachstumsschwäche. Auf der anderen steht die Frage welche Bedeutung Wissen und Bildung – die ja weitgehend öffentliche Güter darstellen – haben sollen. Wachstums”schwäche” heißt prozentual geringeres jährliches Wirtschaftswachstum. Je höher das Prokopf-Einkommen und damit die Produktivität je Arbeitstunde bereits ist, umso eher sollten wir das aber erwarten. Warum? Wachstum mit gleichbleibenden jährlichen Prozentsätzen hieße ja, dass die historisch einmalige Steigerung der Arbeitsproduktivität, die wir in den 60 Jahren Bundesrepublik erlebt haben, demnächst in 30 Jahren geschafft werden müsste. Danach in 15  Jahren, und weiter in Zeitabständen, die sich jeweils halbieren. Das ist auf Dauer nicht durchzuhalten. Die Zeitabstände, in denen man eine solche Steigerung wiederholen kann, werden nicht um so viel kürzer. Das bedeutet, dass die Wachstumsraten der Wirtschaft sinken müssen. Wohlgemerkt, wir sprechen über das Wachstum des BIP, nicht über wirtschaftlichen Fortschritt. Es sei denn wir setzen  Fortschritt gleich mit Erhöhung des materiellen Lebensstandards. Das wäre aber zu ein-dimensional – zumindest nach meinem Verständnis, siehe oben.

Was die Rede von Bildung und Wissensgesellschaft angeht, ist allzu oft nur politische Rhetorik im Spiel, der keine Taten folgen. Wenn es weiteres Wirtschaftswachstum geben soll, wird sich dies noch mehr als bisher auf technischen Fortschritt stützen müssen. Der bedeutet aber weiter steigende Qualifikationsanforderungen an einen Großteil der Beschäftigten. Zudem muss das wachsende wissenschaftlich-technologische und kommerzielle Wissen von Generation zu Generation neu umgeschlagen werden. Dafür braucht es eine Gesellschaft, die hochmotiviert und auch materiell in der Lage ist zum Lernen und Forschen. Nur eine besser ausgebildete Arbeitskraft kann auf Dauer um die Lohndifferenz produktiver sein als der Kollege in einem Niedriglohnland. Hier müssen wir deutlich mehr tun als bisher. Und selbst dann ist es nicht sicher, dass wir den Vorsprung in Wissenserzeugung und -anwendung behalten können, den wir gegenwärtig noch gegenüber den riesigen asiatischen Schwellenländern haben. Gelingt das nicht, werden viele anspruchsvolle Jobs ebenso in Niedriglohnländer verlagert werden, wie das jetzt schon im produzierenden Gewerbe mit den weniger anspruchsvollen geschieht. Leicht auszumalen, was das für die inländische Wertschöpfung, Beschäftigung, unsere Wachstumsaussichten und – auf lange Sicht – das Lohnniveau bedeuten würde.

6. Neben der Bildung steht die Innovation regelmäßig im Zentrum politischer Aufmerksamkeit. Wie entsteht Neues und was kann eine Gesellschaft tun, damit Verbesserungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft eine Chance haben?

Die Frage wie Neues entsteht und – soweit es das Wert ist – zum Durchbruch kommen kann, ist schwierig und ist derzeit Gegenstand intensiver Forschung. Es würde zu weit führen, die Forschungsergebnisse hier zusammenfassen zu wollen. Was eine Gesellschaft tun kann, damit Verbesserungen eine Chance haben, kann man aber zumindest in einem Punkt auch so beantworten. Es kommt darauf an, eine Kultur für den erwähnten gesellschaftlichen Diskurs zu schaffen. Er wird zur Verständigung darüber gebraucht, was als Verbesserung gelten kann und welche Kosten damit verbunden sein dürfen. Denn was eine Verbesserung für die einen ist, kann – wie erwähnt – für andere eine gravierende Verschlechterung darstellen. Diskurs und Verständigung machen es leichter, Wege für den notwendigen Interessenausgleich zu finden und diese zu akzeptieren. Endlose gerichtliche Auseinandersetzungen, wie sie immer mehr als Ersatz herhalten müssen, sind der teuerste und zermürbenste Weg. In einer Zivilgesellschaft sollten wir uns mehr an die eigene Nase fassen und – bildlich gesprochen – den Schiedsrichter in uns zum Zuge kommen lassen. Er sollte eigentlich wissen, was eine faire Einigung wäre. Es ist mir klar, und ich habe es oben gesagt, dass eine solche Diskurskultur nicht leicht zu erreichen ist, vor allem in größeren Ländern. Umso mehr müssen wir uns im Interesse unserer Innovationsfähigkeit darum bemühen.

7. Eine wachsende Weltbevölkerung mit steigenden Lebensverhältnissen führt zu einem insgesamt höheren Ressourcenverbrauch. Lassen sich ökonomische und ökologische Interessen aus Ihrer Sicht vereinen?

Theoretisch ließen sich ökonomische und ökologische Interessen durchaus vereinbaren, wenn wir uns auf ein vollständig nachhaltiges Wirtschaften umstellen würden. Ob dies auch praktisch zu erreichen ist, ist eine andere, sehr ernste, wenn nicht schicksalhafte Frage. Es ist klar, dass der ressourcen-intensive Lebensstandard, den wir in Europa und Amerika erreicht haben, nicht für acht oder neun Milliarden Menschen realisierbar ist. Genau dieser Standard wird aber den Völkern, die ihn nicht haben, aus kommerziellen und politischen Interessen als Ideal vorgeführt. Wir brauchen uns nicht zu wundern, dass sie ihn nun auch anstreben. Wenn es ihnen gelingt, Wirtschaftswachstum in Gang zu bringen und wie in China und Indien aufrecht zu erhalten, werden sich Rohstoffe und Energie noch viel dramatischer verknappen. Da wir mit vielen Ressourcen noch immer recht verschwenderisch umgehen, kann eine Effizienzsteigerung und “Dematerialisierung” unserer Produktion noch Reserven freisetzen. Die Frage ist freilich, ob und wie lange wir Produkte und Dienstleistungen mit den gewünschten Eigenschaften mit so viel weniger Ressourcenverbrauch herstellen können, dass sich die steigenden Ressourcenkosten auffangen lassen. Voraussetzung hierfür ist der Erfolg von Innovationen, die wir noch gar nicht kennen. Tritt der nicht ein, oder wollen wir nicht darauf wetten, dass er eintritt, dann werden wir uns wohl von Zuwächsen bei einem materiell definierten Lebensstandard verabschieden oder gar auf Verluste einstellen müssen. Auch deshalb scheint es mir wichtig, wirtschaftlichen Fortschritt und Lebensqualität nicht ein-dimensional auf materielle Standards zu reduzieren. Die Frage, was ein gutes Leben ausmacht, darf nicht nur philosophischen Zirkeln vorbehalten bleiben, sie gehört auf die gesellschaftliche Agenda.

8. Welche Prioritäten sollte die Politik in Deutschland in den nächsten Jahren Ihrer Meinung nach setzen?

Über wünschenswerte und machbare politische Ziele lässt sich lange streiten. Ich würde lieber das derzeitige politische Credo europäischer und deutscher Politik diskutieren, das im Wachstum ein Allheilmittel für alle wirtschaftlichen und budgetären Probleme sieht. Diese Hoffnung weiter zu nähren, halte ich für kurzsichtig. Wirtschaftswachstum, so hat es den Anschein, soll für jeden etwas bringen. Mehr Geld für den Konsum. Mehr Geld für die wohlfahrtstaatliche Umverteilung. Mehr Geld um die Umweltbelastungen unseres bisherigen Wirtschaftswachstums zu senken. Und schließlich (das wird oft unterschätzt) auch die Reichtumssteigerung, mit der sich die geopolitische Machtposition im internationalen Wachstumswettlauf aufrecht erhalten lässt. So zu tun, als ob die materiellen Wachstumsmöglichkeiten, die wir selbst bei weiter effizienzsteigernden Innovationen noch haben werden, das alles hergeben, halte ich für problematisch. Wir brauchen auch hier den öffentlichen Diskurs darüber, wofür die knapper werdenden Zuwächse noch reichen werden und wofür nicht. Ich würde erwarten, dass gerade für die reichen Länder die Aufwendungen für Umwelt und Nachhaltigkeit erheblich gesteigert werden müssen. Für einen materiellen Mehrkonsum, so wie wir ihn heute verstehen, bleibt dann wenig. Deshalb das Plädoyer dafür, über die Prioritäten in unserem Lebensstil nachzudenken. Aber auch für sozialstaatlichen Wohltaten werden die Zuwächse immer weniger mobilisierbar sein – und das angesichts eines wachsenden Transferbedarfs infolge der ungünstigen Altersstruktur unserer Bevölkerung. Hier besteht erheblicher Diskussionsbedarf. Es scheint, dass Politiker, die diese Risiken offen ansprechen, ihre Wahlchancen beeinträchtigen. Um sich über Möglichkeiten und Risiken wirtschaftlichen Fortschritts offen austauschen zu können, braucht die Zivilgesellschaft deshalb politik-unabhängige Kommunikationsformen und -foren. Für meinen Geschmack wird in unserem Land der gesellschaftliche Diskurs schon viel zu sehr von der (auf ihre Wahlchancen bedachten) Parteipolitik dominiert und bleibt deshalb so kurzsichtig.

Das Interview führten André Lieber und Stefan Bergheim

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Tue, 16 Feb 2010 03:16:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2010-02_Interview_Witt Fortschritt Wachstum
Arbeit schafft Wachstum http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-11-01_Arbeit-Wachstum ( ) Die Zeit heilt alle Wunden - sagt der Volksmund.Und Wirtschaftswachstum heilt alle Probleme. Diesen Eindruck erweckte zumindest die CDU im Wahlkampf und nun die schwarz-gelbe Koalition. "Wachstum schafft Arbeit", lautete ein Wahlkampfslogan. Wachstum sichert laut Präambel des Koalitionsvertrages soziale Gerechtigkeit. Und Wachstum löst die Probleme der Staatsverschuldung.

Aus mindestens drei Gründen ist diese Sichtweise problematisch. Erstens stellt zumindest der Slogan "Wachstum schafft Arbeit" die Wirkungsrichtung auf den Kopf. Zweitens könnte die Hoffnung auf das Allheilmittel Wachstum die Aufmerksamkeit von anderen Lösungen für die Probleme ablenken. Und drittens ist langfristig vermutlich nur ein eher schwaches Wirtschaftswachstum von gut ein Prozent pro Jahr zu erwarten.

Wenn Volkswirte von Wachstum sprechen, dann denken sie an eine lange Frist, an mindestens vier Jahre. Alles darunter wird als Konjunktur bezeichnet. Das langfristige Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird auch Potenzialwachstum oder Trendwachstum genannt. Um diesen Trend herum gibt es konjunkturelle Schwankungen, die von Kapitalmärkten, Wechselkursen, Zentralbankzinsen oder staatlichen Ausgabenprogrammen bestimmt werden. Der Absturz der Konjunktur seit gut einem Jahr war sehr ungewöhnlich. Nach solch einem Absturz muss das BIP wieder überdurchschnittlich stark steigen, um auf seinen Trend zurückzukommen. Daher ist es gut möglich, dass die ersten Jahre der neuen Legislaturperiode hohe Anstiege des BIP bringen werden. Mit langfristigem Wachstum hat das aber wenig zu tun. Dafür sind andere Faktoren verantwortlich.

Arbeit schafft Wachstum: Das ist, der Wachstumsforschung zufolge, die Wirkungsrichtung. Wer mehr arbeitet, kann auch mehr produzieren. Zwar gibt es hier eine natürliche Obergrenze: Der Tag hat nur 24 Stunden. Aber von dieser Grenze sind wir in Deutschland weit entfernt. Im Jahr 2008 wurde in Deutschland pro Einwohner im Durchschnitt weniger als zwei Stunden pro Tag in der Wirtschaft gearbeitet. Rechnet man die Wochenenden heraus, sind es 2,7 Stunden pro Werktag und Einwohner. Damit liegt Deutschland im Vergleich der OECD-Länder am unteren Rand und wird nur von Frankreich deutlich unterboten. Im Mittel der Länder wird 20 Prozent mehr gearbeitet als bei uns.

Eine Erklärung für den geringen Arbeitseinsatz in Deutschland ist natürlich die hohe Arbeitslosenquote. Eine Politik für mehr Arbeit könnte sich an den Modellen in den Niederlanden und Dänemark orientieren, die mit ihrer Mischung aus Flexibilität und Sicherheit auch im August 2009 Arbeitslosenquoten von lediglich 3,5 Prozent beziehungsweise 5,9 Prozent erreichten. In Deutschland waren es trotz der milliardenschweren staatlichen Unterstützung für die Kurzarbeit 7,7 Prozent. Ein deutlicher Rückgang der Quote würde nicht nur die Lebenszufriedenheit der Deutschen erhöhen, sondern auch mehr Wirtschaftswachstum bedeuten.

Ein noch wichtigerer Grund für den niedrigen Arbeitseinsatz pro Kopf der Bevölkerung liegt darin, dass die Menschen in Deutschland heute ebenso wie im Jahr 1968 mit etwa 61 Jahren in Rente gehen - obwohl sich die Restlebenserwartung eines 61-jährigen Bürgers seither fast verdoppelt hat. Resultat ist, dass Deutschland heute fast 25 Millionen Rentner zählt. Das entspricht 30 Prozent der Bevölkerung. Vor 40 Jahren waren es nur 15 Prozent. Nicht nur die Rentenversicherungen werden dadurch belastet. Auch das Wirtschaftswachstum fiel wegen des sinkenden Arbeitseinsatzes niedriger aus.

Wenn Gesellschaft und Politik in Deutschland mehr Arbeit möchten, dann sind sinkende Bevölkerungsanteile in Arbeitslosigkeit und Rente wichtige Bausteine. Ob die im Koalitionsvertrag erwähnten Maßnahmen zum ersten Punkt wirken werden, kann man bezweifeln. Zum zweiten Punkt findet sich nur eine kurze Floskel.

Immerhin ist es in den letzten Jahren um die früher oft bemühte Investitionsschwäche als Grund für niedriges Wachstum und Beschäftigung deutlich ruhiger geworden. Es hat sich wohl die Einsicht durchgesetzt, dass der Bestand an Sachkapital einer Volkswirtschaft immer nur so schnell wächst wie das Bruttoinlandsprodukt - darauf wies schon 1957 der britische Ökonom Nicholas Kaldor hin. Einzige Ausnahme ist Japan, aber dort hat der extreme Aufbau von Kapitalstock zu Überkapazitäten geführt und zur Deflation beigetragen.

Gleichzeitig hat sich die Aufmerksamkeit zum Glück auch in Deutschland immer mehr auf den Bildungsbereich gerichtet. Hier können wichtige Grundlagen für künftiges Wachstum gelegt werden. Allerdings wäre nach Jahrzehnten des Stillstandes nun eine Kraftanstrengung aller Beteiligten nötig. Danach sieht es nach wie vor nicht aus, auch wenn das Land offiziell zur Bildungsrepublik erklärt wird.

Zudem wären einige Veränderungen angebracht, damit in Deutschland noch mehr gute Ideen entwickelt werden, die auch hier umgesetzt werden. Viele dieser Veränderungen gehen an die kulturellen Wurzeln des Landes. Neues entsteht heute oftmals in Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen und Disziplinen. Dazu ist viel Vertrauen in die Partner notwendig und eine hohe Kommunikationskompetenz. Ferner sind weniger hierarchische Strukturen eher in der Lage, wichtige Informationen in eine Organisation hineinzutragen und miteinander zu verbinden. Und eine Kultur, in der Fehler und Scheitern als natürliches Nebenprodukt von Neuem anerkannt sind, würde vermutlich auch mehr Ideen umsetzen. Noch ist nicht klar, ob unsere Gesellschaft solche Veränderungen haben möchte.

Gute neue Ideen haben eine wunderbare Wirkung mit eingebauter Kehrseite. Sie ermöglichen es, mit dem gleichen Einsatz von Arbeit mehr oder bessere Produkte herzustellen. Die Volkswirte nennen das Produktivitätswachstum. Andersherum formuliert sind aber für die gleiche Produktionsmenge nun weniger Arbeiter nötig. Innovation schafft also keine Arbeit - zunächst wird sogar weniger davon benötigt. Erst wenn eine Wirtschaft flexibel genug ist, die frei gewordenen Arbeitskräfte anderswo einzusetzen, entsteht mehr Wachstum.

Wie viel Trendwachstum können wir nun erwarten? Vermutlich nur ein bis eineinhalb Prozent. Denn in Deutschland leben immer weniger Menschen. Auch wenn sie etwas mehr arbeiten, reicht das nicht für einen steilen Wachstumspfad; alle Indikatoren deuten auf einen nur minimalen Anstieg des Bildungsniveaus hin. Und ein breiter kultureller Wandel ist bisher höchstens in Ansätzen zu beobachten.

Den gesamten Artikel finden Sie auch auf der Seite der Welt am Sonntag.

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Sun, 1 Nov 2009 08:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-11-01_Arbeit-Wachstum Wachstum Arbeitswelt
Den Fortschritt richtig messen http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-10-19_Fortschritt_messen ( )
Dennoch wird von der Höhe des BIPs regelmäßig auf den gesellschaftlichen Erfolg von Ländern geschlossen. Warum? Vermutlich weil es noch immer kein umfassendes und allseits akzeptiertes Maß für Wohlstand und Lebensqualität gibt. Zwar richten sich Politik und Gesellschaft heute an einer Vielzahl von Indikatoren aus: PISA-Ergebnisse, Arbeitslosen- und Armutsquoten, Kriminalitätsrate, Emission von Treibhausgasen und so weiter. Die relative Bedeutung der verschiedenen Größen für den Fortschritt bleibt aber offen und es gibt bisher keine Gesamtbewertung.

Die neuen Initiativen zur Messung des gesellschaftlichen Fortschritts und Wohlergehens sollen das ändern, stehen aber vor gewaltigen Herausforderungen: In Frankreich hat eine Kommission kürzlich einen 300-seitigen Bericht vorgelegt, die Europäische Kommission will bis 2012 neue Maße präsentieren, und das Fortschrittsprojekt der OECD wird Ende des Monats ein Handbuch der Fortschrittsmessung veröffentlichen.

Die aktuellen Projekte haben viel damit zu tun, dass sich die Prioritäten der Menschen im Laufe der Entwicklung verändern. Darauf wies schon Abraham Maslow mit seiner 1943 vorgestellten Bedürfnispyramide hin: Wenn die körperlichen Bedürfnisse wie Nahrung, Schlaf und Wärme befriedigt sind, richtet sich die menschliche Aufmerksamkeit auf Sicherheit und dann auf die sozialen Bedürfnisse. Ganz oben in der Pyramide stehen Individualbedürfnisse wie Status und die persönliche Entfaltung. Je weiter wir in der Pyramide nach oben kommen, umso weniger relevant wird aber das BIP.

Aufbauend auf Maslows Analysen entwickelten der amerikanische Politikwissenschaftler Ronald Inglehart und sein deutscher Kollege Christian Welzel ihre Theorie der gesellschaftlichen Entwicklung: Je besser die materiellen Bedürfnisse der Menschen erfüllt sind, umso mehr streben sie nach immateriellen Werten wie Freiheit, Vertrauen, Mitsprache. In den vergangenen 50 Jahren hat sich das Einkommen der Menschen in Deutschland mehr als vervierfacht. Es ist also kein Wunder, dass sie sich immer mehr für Dinge interessieren, die nicht im BIP berücksichtigt werden.

Auf der Suche nach Elementen für breite Wohlfahrtsmaße kann auch die Glücksforschung helfen. Sie erforscht, was für die Lebenszufriedenheit der Menschen wichtig ist - und kommt dabei zu überraschenden Ergebnissen. Zwei Beispiele: Lebenszufriedenheit ist zwischen Menschen vergleichbar. Und Arbeit zu haben ist etwas ausgesprochen Positives, dessen Effekt weit über das Einkommen hinausgeht.

Ein bekannteres Ergebnis der Glücksforschung führt immer wieder zu Fehlinterpretationen. Der US-Ökonom Richard Easterlin stellte bereits 1974 fest, dass das amerikanische BIP zwar immer weiter gestiegen ist, die Lebenszufriedenheit der Bevölkerung jedoch stagnierte. Daraus auf einen Konstruktionsfehler des Kapitalismus oder auf die Irrelevanz des BIPs zu schließen wäre jedoch ein Fehler. Schließlich kann die Lebenszufriedenheit nicht immer weiter steigen, da sie mithilfe von Befragungen auf einer fest vorgegebenen Skala gemessen wird. Auf einer Skala von 1 bis 10 kann niemand eine 11 oder 12 ankreuzen.

Warum hat nun die französische Kommission nach über einem Jahr Arbeit kein Maß für den Fortschritt der französischen Gesellschaft vorgestellt? Die politischen und technischen Herausforderungen sind einfach noch zu groß.

Die erste Herausforderung liegt darin, dass es sich um ein hochpolitisches Thema handelt. Wer darf festlegen, welche Elemente in einen Index hineinkommen und wie sie gewichtet werden? Zudem sollte ein Wohlergehens-Index auch Verhältnisse in verschiedenen Ländern vergleichbar machen. Dazu wären Elemente notwendig, die in allen Ländern mit gleichem Gewicht einfließen. Aber politische Einigkeit über die Elemente zu finden ist nicht leicht.

Zu den technischen Herausforderungen gehört die Frage, wie man verschiedene Daten zusammenfasst, die ganz unterschiedliche Einheiten haben: Euro, Lebensjahre, Kilogramm zum Beispiel. Für ein einzelnes Jahr lässt sich das ganz gut lösen, aber für Veränderungen im Zeitablauf wird es richtig kompliziert. Zudem haben nicht nur die Zahlen über die Lebenszufriedenheit vorgegebene Ober- und Untergrenzen. Ähnliches gilt für Arbeitslosenquoten.

Die bisher beste Antwort auf diese Herausforderungen legt das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen seit 1990 jährlich für rund 180 Länder vor: Der Index menschlicher Entwicklung umfasst drei Bereiche: Einkommen, Gesundheit und Bildung. Nach diesem Index waren im Jahr 2007 Norwegen, Australien und Kanada unter den fortschrittlichsten Ländern. Deutschland belegte Platz 22, hinter Belgien, Italien und Großbritannien.

Eine breite Fortschrittsmessung ist für die hoch entwickelten Länder eine wichtige Aufgabe, die insbesondere von der OECD weiter vorangebracht werden sollte. Die öffentliche Debatte darüber, was Fortschritt ist und wie man ihn misst, sollte in Deutschland deutlich an Fahrt gewinnen.
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Mon, 19 Oct 2009 08:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-10-19_Fortschritt_messen Fortschritt Wachstum Bildung
Neue Denkfabriken für Deutschland http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-10_Neue_Denkfabriken ( ) Zum Beitrag.]]> Mon, 19 Oct 2009 08:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-10_Neue_Denkfabriken Fortschritt Die Arbeit hat begonnen http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-09-17-Arbeit-hat-begonnen ( ) Im Bericht der Kommission des französischen Präsidenten werden auf 300 Seiten die Grenzen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausführlich beschrieben, der Wert objektiver und subjektiver Maße der Lebensqualität betont und die Bedeutung von Nachhaltigkeit unterstrichen. Nur leider wissen wir nach eineinhalb Jahren Kommissionsarbeit noch immer nicht, ob es den Franzosen heute besser geht als vor zehn oder 20 Jahren. Und wir wissen auch nicht, ob es den Franzosen besser geht als beispielsweise den Deutschen oder den Schweden.

Die Kommission räumt selbst ein, dass die Studie nicht das Ende der Bemühungen um breitere Maße des Wohlergehens ist. Der Anfang ist sie allerdings auch nicht. Der Bericht wiederholt viele Argumente und Schlussfolgerungen, die seit Jahrzehnten bekannt sind. Schon 1934 teilte Simon Kuznets, der Erfinder des BIP, dem amerikanischen Kongress mit, dass man vom BIP nicht auf das Wohlergehen eines Landes schließen könne. In den 1970er Jahren erfuhren soziale Indikatoren eine große Nachfrage, teilweise bedingt durch das 1972 veröffentlichte Buch "Die Grenzen des Wachstums". Die Lebensqualität in einem Land sollte nicht nur mit dem BIP, sondern auch mit Indikatoren wie Lebenserwartung, Analphabetenquote, Armutsquote und so weiter eingeschätzt werden. Eine dauerhafte Lösung wurde aber nicht gefunden.

Nicht nur der französische Präsident, sondern wir alle wollen wissen, ob es uns insgesamt besser geht oder nicht. Um das Wohlergehen von Gesellschaften zu bewerten, bieten sich zwei Wege an: Man kann entweder viele Indikatoren überschaubar darstellen oder sie zu einem Index zusammenfassen.

Die erste Möglichkeit eines schön aufbereiteten und leicht zugänglichen Satzes von Indikatoren verfolgt das Statistikamt in Australien. Dort wird zum Beispiel die Lebenserwartung der Australier im Zeitablauf dargestellt, auch unterteilt nach verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Und es wird die australische Entwicklung mit der in anderen Ländern verglichen. Gleiches gilt für Einkommen, Wohnen, Wasserqualität, Kriminalität und viele andere Themen. Eine Gesamteinschätzung kann beziehungsweise muss dann aber jeder Australier individuell treffen, abhängig davon, wie wichtig ihm die verschiedenen Indikatoren sind.

Die zweite Möglichkeit ist, dass sich eine Kommission auf die Gewichtung der Indikatoren einigt und einen Gesamtindex berechnet. Bestes Beispiel für diese Vorgehensweise ist der Index der menschlichen Entwicklung (HDI), den die Vereinten Nationen seit 1990 veröffentlichen. Hier werden Bruttoinlandsprodukt, Bildungsniveau und Lebenserwartung zu einem Index zusammengefasst. Frankreich lag zuletzt auf Platz elf, vier Plätze hinter Schweden und zwölf Plätze vor Deutschland. Hier kann man zwar Länder sehr gut miteinander vergleichen, aber man kann ebenso gut über die verwendeten Indikatoren und deren Gewichtung streiten. Drei so unterschiedliche Indikatoren zu einem Index zusammenzufassen ist keine leichte Aufgabe.

Diese beiden Vorgehensweisen sollten weiterentwickelt werden. Mehr Länder sollten Indikatorensätze für das Wohlergehen überschaubar aufbereiten und leicht zugänglich machen. Und der Index der menschlichen Entwicklung sollte so weiterentwickelt werden, dass auch Vergleiche im Zeitablauf möglich werden und Umweltaspekte einfließen. Die Arbeit an Indikatoren des Wohlergehens ist noch lange nicht beendet.

Der Artikel ist auf der Internetseite der Frankfurter Rundschau verfügbar.

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Thu, 17 Sep 2009 08:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-09-17-Arbeit-hat-begonnen Fortschritt Zukunft
Zukunftsforschung für Staaten http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-09_Zukunftsforschung_fuer_Staaten ( ) gesamte Studie oder die Pressemitteilung.
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Tue, 15 Sep 2009 12:16:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-09_Zukunftsforschung_fuer_Staaten Fortschritt Zukunft
Nudge: zum Nachdenken und Anwenden empfohlen http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-08_Nudge ( )
Nudge baut auf der Erkenntnis auf, dass sich Menschen – auch die gut gebildeten – in vielen Fällen nicht wie rationale Optimierer (der homo oeconomicus) verhalten. Mit einem kleinen Stups sollen sie zu Entscheidungen gebracht werden, die sie dann treffen würden, wenn sie dem Thema volle Aufmerksamkeit schenken würden, vollständige Information, unbeschränkte kognitive Fähigkeiten und vollständige Selbstkontrolle hätten. Dabei muss aber immer die Möglichkeit bestehen, zu möglichst geringen Kosten eine völlig freie Wahl zu treffen. Vorschriften oder Verbote sind nicht Teil des Ansatzes von Nudge.

Diese Entscheidungsprobleme treten vor allem in Situationen auf, mit denen die Menschen wenig Erfahrung haben, über die sie relativ schlecht informiert sind und wo Rückmeldungen über Erfolge oder Schäden selten oder nur sehr spät kommen. Das ist speziell bei den Themen Altersvorsorge und Gesundheit der Fall. Werbung und Marketing nutzen diese Erkenntnisse seit Jahrzehnten für ihre Zwecke. Es ist an der Zeit, dass Politik und Gesellschaft diese Ideen ebenfalls berücksichtigen.

Thaler und Sunstein weisen darauf hin, dass alle unsere Entscheidungen in einem Rahmen stattfinden, den irgendwer geschaffen hat: Kommt in der Kantine zuerst der Obstsalat oder zuerst der Schokopudding? Welche Ausgangssituation wird in einer kapitalgedeckten Altersvorsorge gesetzt: muss man aktiv etwas unternehmen um dabei zu sein oder zahlt jeder automatisch ein – mit der Option sofort austreten zu können? In den Modellen der neoklassischen Ökonomen macht das keinen Unterschied, für die Menschen aber sehr wohl. Studien zeigen, dass 65% in eine Altersvorsorge einzahlen, wenn man aktiv eintreten muss, aber 95% wenn man aktiv austreten muss. Angewandt auf deutsche Themen bedeutet dies, dass die Riester-Rente ein viel größerer Erfolg geworden wäre, wenn jeder Arbeitnehmer einen Brief mit Rückumschlag bekommen hätte, wo er „nein, ich möchte nicht teilnehmen“ hätte ankreuzen müssen. Bei den meisten Menschen wäre dieser Brief in irgendeiner Ablage verstaubt. Warum sind wir diesen Weg nicht gegangen? Wollten wir doch nicht so viel zusätzliche Altersvorsorge?

Eine Annahme der Autoren ist, dass gesündere Ernährung und höhere Altersvorsorge individuell wie gesellschaftlich wünschenswert sind. Was wünschenswerte Zustände sind muss aber breit diskutiert werden; sie müssen demokratisch legitimiert sein und transparent in die Formulierung der Regeln einfließen. Das ist nicht immer leicht: wenn wir beispielsweise als Gesellschaft mehr Organtransplantationen haben wollen, dann könnten wir ähnlich wie in Spanien oder Österreich die Organspende als Standard annehmen, dem jeder Einzelne aber – in Umkehrung der heutigen Vorgehensweise – widersprechen kann. Möchten wir das?

Thaler und Sunstein nennen ihren Ansatz selber „Libertären Paternalismus“, was aber etwas irreführend ist und fälschlicherweise zu Kritik führen kann. Paternalismus liegt dann vor, wenn jemand seine eigenen Vorlieben und Entscheidungen anderen überstülpt. Dagegen geht es hier darum, Menschen zu erlauben die langfristig besten Entscheidungen nach ihren eigenen Vorlieben zu treffen. Wer mit der Vorgabe wie zum Beispiel bei Altersvorsorge oder Organspende nicht einverstanden ist, hat immer die Chance sie abzuwählen. Vorgaben sind so gut wie überall nötig – warum dann nicht gesellschaftlich sinnvolle wählen?

Mit dem Ansatz von Thaler und Sunstein können natürlich nicht alle Fragen beantwortet werden. Die optimale Regulierung von Finanzmärkten lässt sich dem Buch ebenso wenig entnehmen wie der ideale Umgang mit gewalthaltigen Computerspielen für Kinder. Aber für die meisten Fragen wäre es sicherlich von Vorteil, wenn Regulierung von Menschen mit all ihren Schwächen und Unzulänglichkeiten ausginge und nicht von einem Idealbild, das sich Volkswirte vor Jahren ausgedacht haben um ihre mathematischen Modelle handhabbar zu machen.

Über die vielen eindrucksvollen Einzelbeispiele hinaus wäre zu wünschen, dass der Ansatz von Thaler und Sunstein eine weiterführende gesamtwirtschaftliche Debatte anstößt: wie hoch ist der Anteil an Transaktionen in unserem Bruttoinlandsprodukt, bei denen Menschen vermutlich nicht wie der homo oeconomicus agiert haben? Ist er in anderen Ländern höher oder niedriger? Wann ist der Anteil aus welchen Gründen besonders stark gestiegen? Spielen das Bildungs- und das Entwicklungsniveau eine Rolle?

Stefan Bergheim & Roland Beck]]>
Sat, 1 Aug 2009 12:36:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-08_Nudge Fortschritt Rechtliche Gestaltung Wachstum
Was macht glücklich in der Krise? http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-06_Interview-MuM ( ) finden Sie hier.
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Sat, 13 Jun 2009 01:02:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-06_Interview-MuM Fortschritt Zukunft Lebenszufriedenheit
Ein klares Ziel für die Menschen http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-05-06_Ein-klares-Ziel ( ) Eine Krise ist die Zeit, in der Modelle und Konzepte einer harten Prüfung unterzogen werden. Was sich als nicht hilfreich und sinnvoll herausstellt, muss aussortiert werden und Neuem Platz machen. Die Begriffe „Exportweltmeister“ und „Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands“ gehören zu den Konzepten, deren Verfallsdatum überschritten ist. Sie sollten aus der öffentlichen Diskussion verschwinden und Platz für neue Prioritäten machen.
Die inhaltliche Kritik gibt es seit Jahren. Aber nun stellt sich auch für jeden sichtbar heraus, dass die viel gefeierte Exportweltmeisterschaft und die „Verbesserungen der Wettbewerbsfähigkeit“ nicht verhindern konnten, dass Deutschland von der Wirtschaftskrise stärker betroffen ist als die meisten anderen reichen Länder – obwohl wir keine Immobilienblase hatten.

Drei Gründe sprechen gegen die Verwendung des Begriffs „Exportweltmeister“. Erstens ist hier nur von Gütern die Rede. Zählt man die immer wichtiger werdenden Dienstleistungen mit dazu, so liegen ohnehin die USA vorne. Zweitens ist das Ende der deutschen Exportweltmeisterschaft für Güter angesichts des Aufstiegs von China ohnehin absehbar. Am wichtigsten ist aber der dritte Punkt, die Frage, warum sich eine Gesellschaft für eine solche Weltmeisterschaft interessieren sollte. Welche Vorteile haben die Menschen in Deutschland davon? Ist ein Arbeitsplatz in einer Exportbranche besser als einer im Dienstleistungssektor?

Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist ein reger Austausch mit dem Ausland – also ein hohes Maß an wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Offenheit – von Vorteil. Damit kommen gute Ideen und Methoden nach Deutschland und erlauben hier eine höhere Produktivität. Das einfachste Maß für diese Offenheit ist der Anteil der Ausfuhr am Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes. Mit knapp 50% liegt Deutschland aber deutlich hinter Ländern wie Irland, Belgien, den Niederlanden oder der Schweiz. Kleinere Länder sind in der Regel offener.

Der deutsche Ausfuhranteil ist in den letzten Jahren kräftig gestiegen – von 29% im Jahr 1998 auf 48% im Jahr 2008. Ist dieser Anstieg nachhaltig und sinnvoll? Hier hilft ein Blick in das Stabilitätsgesetz von 1967, in dem die Wirtschaftspolitik verpflichtet wird „gleichzeitig zur Stabilität des Preisniveaus, zu einem hohen Beschäftigungsgrad und außenwirtschaftlichen Gleichgewicht bei stetigem und angemessenem Wirtschaftswachstum“ beizutragen. Das Ziel des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts wird seit 2002 verletzt: So wies Deutschland im Jahr 2008 einen Leistungsbilanzüberschuss von 6,5% des BIP auf. Gerne wird das amerikanische Defizit kritisiert und problematisiert. Einem Defizit dort müssen aber immer ebenso problematische Überschüsse anderswo gegenüber stehen.

Überschüsse lösen sich normalerweise dadurch auf, dass die Währung des Überschusslandes aufwertet, wodurch Güter aus dem Ausland für die deutschen Verbraucher billiger würden. Da dies innerhalb der Währungsunion nicht mehr möglich ist, müssen relative Lohn- und Preisveränderungen die Anpassung übernehmen.

Eng verwandt mit dem deutschen Fokus auf die Exportweltmeisterschaft ist die Idee der Wettbewerbsfähigkeit von Ländern. Hier wurde ein Konzept von der Unternehmensebene fälschlicherweise auf Volkswirtschaften übertragen. Unternehmen sind dann fähig, im Wettbewerb zu bestehen, wenn sie nachhaltig Gewinn erwirtschaften und somit überleben. Für Volkswirtschaften gibt es keine vergleichbare Definition, da sie – von extremen Ausnahmen abgesehen – nicht aus dem Wettbewerb ausscheiden oder von einem Konkurrenten übernommen werden.

Alle Versuche, Wettbewerbsfähigkeit zu messen oder für Volkswirtschaften zu definieren sind gescheitert. Die verschiedenen Indizes der „Wettbewerbsfähigkeit“ besitzen kaum Aussagekraft, da nicht klar ist, was eigentlich gemessen werden soll. Letztlich kommen alle Diskussionen über Wettbewerbsfähigkeit zu einem ähnlichen Ergebnis: sinnvolles Ziel des Wirtschaftens ist der Lebensstandard der Menschen in einem Land.

Der deutsche Fokus auf Exportweltmeisterschaft und Wettbewerbsfähigkeit hat die momentane Krise hierzulande nicht schwächer ausfallen lassen als anderswo. In den letzten Jahren war der Anteil der deutschen Industrie – also der Exportbranchen – am BIP gegen den jahrzehntelangen Abwärtstrend angestiegen. Gleichzeitig nahm der Ausfuhranteil gewaltig zu und ein großes außenwirtschaftliches Ungleichgewicht entstand. Momentan sehen wir eine Bewegung in Richtung des alten Abwärtstrends und eine Verringerung des Ungleichgewichts. In dieser Phase brauchen wir neue Orientierungsgrößen. Ein nachhaltiger Anstieg des privaten Verbrauchs muss wieder oberstes Ziel des Wirtschaftens werden. Das wäre ein Ziel mit wirklicher Bedeutung für die Menschen – welches in den letzten Jahren aber klar verfehlt wurde.

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Wed, 6 May 2009 04:09:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-05-06_Ein-klares-Ziel Wachstum Fortschritt Lebenszufriedenheit
Vom klügeren Umgang mit der Zukunft http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-04-19_WamS_Umgang-Zukunft ( ) Der Wettlauf geht weiter: Die Prognosen über die Veränderung des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) in diesem Jahr werden mit hoher Geschwindigkeit nach unten revidiert. Vor einem Jahr hatten die Auguren im Durchschnitt noch einen Anstieg von 1,6 Prozent erwartet. Mittlerweile sind minus vier bis minus fünf Prozent die neuen Maßstäbe. Der Wettbewerb um die niedrigste Prognose ist in vollem Gange.
Die Dramatik und die Größenordnung der Revisionen sind neu, die Systematik der Fehler aber bekannt. So lagen die BIP-Prognosen für das Jahr 2003 noch Mitte 2002 um fast drei Prozentpunkte über dem Endergebnis. Momentan mehren sich auch wieder die selbstkritischen Stimmen aus dem Lager der Konjunkturforscher. Doch vermutlich wird das alles aber wenig daran ändern, dass sich 90 Prozent der Prognostiker selbst für überdurchschnittlich präzise halten - so wie sich 90 Prozent der Autofahrer für überdurchschnittlich gut halten.
Das Grundproblem ist natürlich, dass die Zukunft nicht vorhersehbar ist. Schließlich beruht sie teilweise auf künftigen Entscheidungen, die wir uns heute gar nicht vorstellen können. Zudem menschelt es in der Wirtschaft. Und das können auch große, mathematisch ausgereifte Modelle nicht abbilden. Wichtige Veränderungen lassen sich mit Daten der Vergangenheit nicht vorhersagen. Gerade die momentane Krise hat das gezeigt: Geschäftsmodelle, die jahrelang erfolgreich waren, können plötzlich zu großen Verlusten führen.
Noch wichtiger ist aber die Frage, ob Punktprognosen überhaupt einen großen Mehrwert liefern, der über die höhere Sichtbarkeit des Prognostikers hinausgeht. Helfen sie Unternehmen und Regierungen dabei, sich besser auf die Zukunft vorzubereiten und bessere Entscheidungen zu treffen? Vermutlich ganz im Gegenteil: Die Orientierung an einer Punktprognose führt zu Entscheidungen, die nur in dem seltenen Fall sinnvoll sind, dass diese eine Prognose auch tatsächlich eintritt. Von wichtigeren Fragen lenkt dieses Vorgehen eher ab.
Notwendig ist ein breit angelegter Prozess des offenen Nachdenkens über die Zukunft. Die Analyse der eigenen Handlungsoptionen darf nicht erst beginnen, wenn wirklich jedem klar ist, dass alles anders kommt als erwartet. Eine gute Analyse der Zukunft ist nicht unbedingt durch eine korrekte Prognose zu charakterisieren. Sie muss vielmehr auf neue Entwicklungen eingehen, mögliche Überraschungen ansprechen und uns mental wie organisatorisch auf verschiedene Zukünfte vorbereiten. Eine solche Analyse wirft Licht auf unbekanntes Terrain, stellt Annahmen infrage, zwingt uns, die richtigen Fragen zu stellen, und lässt uns die größten Unsicherheiten erkennen.
Es ist auch klar, dass man diese Analyse nicht einer einzelnen Disziplin überlassen darf wie zum Beispiel den Volkswirten. Vielmehr müssen Denkmuster, Menschenbilder, Methoden und Erfahrungen aus vielen Disziplinen zusammenkommen, damit ein möglichst breites Spektrum an Themen diskutiert werden kann. Physiker, Soziologen, Biologen, Historiker, Psychologen, Philosophen, Mediziner und andere sollten eingebunden werden.
Ein Produkt solchen Nachdenkens sind mehrere Szenarien über die Zukunft. Szenarien sind nicht nur schlicht die Basisprognose plus eine Portion mehr oder eine Portion weniger. Vielmehr dienen sie dazu, wichtige Abhängigkeiten, kritische Unsicherheiten, weiße Flecken auf der eigenen Landkarte und offene Fragen herauszuarbeiten. Unwahrscheinliche Ereignisse werden nicht als Spinnereien abgetan, sondern sind Ausgangspunkt strukturierten Nachdenkens.
Dieses breit angelegte Nachdenken hat zwei weitere Konsequenzen. Erstens können Trends identifiziert werden, die recht stabil und belastbar sind und somit doch einige hilfreiche Informationen über die Zukunft liefern können. Die zunehmende Lebenserwartung und eine wachsende Bedeutung des Dienstleistungssektors gehören zu diesen Trends. Zweitens können aus der Szenarioanalyse Indikatoren abgeleitet werden, an denen wir zeitnah erkennen können, auf welche Zukunft wir uns zubewegen.
Auch vor der aktuellen Krise haben viele Menschen gewarnt. Vor zwei Jahren war nicht klar, dass sie recht behalten würden. Wäre unser Denken aber darin geschult, mit Szenarien zu arbeiten, dann hätten wir diese Warnungen beachtet und Notfallpläne entworfen. Neben der rückwärtsgewandten Suche nach den Ursachen sollten wir uns so bald als möglich in einem klügeren Umgang mit der Zukunft üben.
Für Unternehmen bedeutet ein kluger Umgang mit der Zukunft, dass man sich schnell an unerwartete Veränderungen des Umfeldes anpassen kann. Ein Beispiel für den Wert einer Szenarioanalyse liefert der Ölkonzern Shell, der seit Anfang der 70er-Jahre damit arbeitet. Eines der vielen Szenarien beinhaltete damals einen kräftigen Anstieg des Ölpreises aufgrund von politischen Verwerfungen im Nahen Osten. Als dann der Jom-Kippur-Krieg 1973 den Ölpreis nach oben trieb, war der Konzern besser darauf vorbereitet als andere.
Auch Gesellschaften müssen sich an Entwicklungen anpassen. Wichtiger ist hier aber die Möglichkeit, Zukunft zu gestalten. Einrichtungen der Regierungen von Irland und Singapur versuchen das bereits. Ein breit angelegtes Nachdenken über die Zukunft fördert wichtige Fragen zu den gesellschaftlichen Prioritäten zutage. Nur wenn Antworten auf diese Fragen gefunden sind, lassen sich wünschenswerte Zukünfte identifizieren - und die Maßnahmen, die notwendig sind, um dorthin zu kommen.
Der komplette Beitrag findet sich auf der Seite der Welt am Sonntag.
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Sun, 19 Apr 2009 03:15:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-04-19_WamS_Umgang-Zukunft Fortschritt Rechtliche Gestaltung Zukunft
Was macht Gesellschaften glücklich? http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-03_Was-macht-Gesellschaften-gluecklich ( ) Auf dem 7. Alumni Treffen des Instituts für Genossenschaftswesen an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hielt Dr. Stefan Bergheim den Gastvortrag zum Thema „Was macht Gesellschaften glücklich?“. Er gab einen Überblick über die interdisziplinäre Glücksforschung und leitete Handlungsempfehlungen für einen Reformpfad in Richtung der glücklichen Variante des Kapitalismus ab.

Präsentation (PDF-Dokument)

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Fri, 27 Mar 2009 06:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-03_Was-macht-Gesellschaften-gluecklich Fortschritt Lebenszufriedenheit Rechtliche Gestaltung
Wir werden Krisen nie verhindern können http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-03_Wir-werden-Krisen-nie-verhindern-koennen ( ) Der Direktor des Frankfurter Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt kritisiert die Zunft der Mainstream-Ökonomen und fordert ein Denken in "Szenarien". Interview als PDF zum Download

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Sat, 21 Mar 2009 04:30:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-03_Wir-werden-Krisen-nie-verhindern-koennen
Die Gedanken sind frei http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-03_die-gedanken-sind-frei ( ) Mehr denn je stellen die Menschen in der aktuellen Krise Modelle, Muster und Moden in Frage. Sind wir eine glückliche Gesellschaft? In Frankfurt wird eine neue Denkfabrik gegründet, die helfen soll, Deutschlands Seele zum Glücklichsein zu inspirieren. Die Idee der Denkfabrik stammt aus den USA und wird von Unternehmern unterstützt. wir - Die Gedanken sind frei (PDF-Dokument)]]> Sat, 21 Mar 2009 02:24:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-03_die-gedanken-sind-frei Fortschritt Lebenszufriedenheit Die glückliche Variante des Kapitalismus http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-03_Die-glueckliche-Variante-des-Kapitalismus ( )
Seite der Konferenz mit MP3-Downloads
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Wed, 18 Mar 2009 02:14:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2009-03_Die-glueckliche-Variante-des-Kapitalismus Arbeitswelt Fortschritt Lebenszufriedenheit
Was wirklich zählt http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2008-08_Was-wirklich-zaehlt ( ) Fällt die Ausfuhr in Deutschland 2008 als Wachstumsmotor weg? Kommt auch in den USA der Wachstumstreiber Konsum unter die Räder? Und endet die Wachstumsgeschichte Spaniens, da der Immobiliensektor dort in die Rezession rutscht? All diese Fragen haben eins gemeinsam: Sie vermischen Konjunktur und Wachstum, wodurch sie die Debatte über die eigentlich relevanten Themen erschweren. Hier geht es nicht um Wortklauberei, sondern darum, die passenden Politikmaßnahmen zu identifizieren.
Was im Moment einbricht, ist die Konjunktur, also die zyklische Entwicklung der Volkswirtschaften. Hier spielen Rohstoffpreise, Wechselkurse und Zinsen die entscheidende Rolle. Diese beeinflussen Ausfuhr, Konsum und Investitionen. Der momentane Abschwung findet in fast allen Ländern rund um den Globus statt, ob mit vorangegangenen Immobilienboom, ob mit Leistungsbilanzdefizit oder mit Überschuss, ob mit Haushaltsdefizit oder ohne. Konsum, Investitionen und Nettoausfuhr machen die Nachfrageseite des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus und können nicht schneller steigen als das BIP selbst.
Der Abschwung ist jedoch in den verschiedenen Ländern unterschiedlich stark. Sein Ausmaß kann über das Niveau der Wachstumsrate des BIP gemessen werden oder deren Veränderung im Vergleich zu den Boomjahren. Wie auch immer, für beide Einschätzungen braucht man eine Idee davon, wie hoch die Trendrate des Wachstums in den verschiedenen Ländern ist.
Nur so lässt sich abschätzen, ob eine Volkswirtschaft "über ihre Verhältnisse" gewachsen ist und wie groß die Korrektur somit ausfallen muss. Damit sind wir bei den relevanten Themen für die lange Frist jenseits von Rohstoffschock, Euroaufwertung und Finanzmarktkrise. Ein Land wie Spanien mag in der Lage sein, langfristig um drei Prozent pro Jahr zu wachsen, ein anderes wie Deutschland nur um eineinhalb. Wie kommen diese Unterschiede zustande und was kann man tun, um den langfristigen Wachstumstrend zu verbessern?
Da ist zunächst der Arbeitseinsatz. Wenn die Bevölkerung eines Landes wächst und diese Menschen zudem mehr arbeiten, dann ist leicht ein kräftiger Anstieg des BIP möglich. Der Kontrast zwischen der abnehmenden Bevölkerung in Deutschland und der Zunahme um rund 1,5 Prozent pro Jahr in Spanien könnte kaum größer sein. Die Frage für die Zukunft ist, ob dies so bleibt, oder ob sich an der Zuwanderungspolitik der beiden Länder etwas ändert.
Der zweite wichtige Wachstumstreiber ist die Ausbildung der Menschen eines Landes. Wenn das Bildungsniveau steigt, dann kann mit dem gleichen Arbeitseinsatz mehr hergestellt werden. Auch hier ist der Kontrast zwischen dem stagnierenden Bildungsniveau in Deutschland und der rapiden Verbesserung in Spanien, wo heute knapp 40 Prozent eines Jahrgangs ein Hochschulstudium abschließen im Vergleich zu 20 Prozent in Deutschland. Kurzfristig wird sich daran kaum etwas ändern, da Bildungsinvestitionen einen sehr langen Vorlauf haben.
Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, langfristig mit dem gleichen Arbeitseinsatz mehr zu produzieren - also eine höhere Produktivität zu erreichen. Dazu gehören vor allem Forschung und Entwicklung sowie die Offenheit gegenüber dem Ausland, um neue Ideen und Methoden anzuwenden.
Ob der Sachkapitalstock als eigener Wachstumstreiber gelten kann, ist umstritten. Langfristig wächst der Kapitalstock in allen Ländern (außer Japan) ebenso schnell wie das BIP. Investitionsprogramme verpuffen, wenn die wirklichen Wachstumstreiber nicht mitziehen. Was kann die Politik tun? Konjunkturprogramme wie die US-Steuerschecks mögen kurzfristig - eben konjunkturell - helfen, ändern aber nichts an langfristigen Trends. Stattdessen sollte man über Wachstumsprogramme nachdenken, die auf Zuwanderung von qualifizierten Menschen, Bildungsinvestitionen und stärkere internationale Vernetzung setzen.
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Fri, 1 Aug 2008 12:18:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2008-08_Was-wirklich-zaehlt Fortschritt Wachstum
Hurra, wir arbeiten länger! http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2008-07_hurra-wir-arbeiten-laenger ( ) Kaum hat Deutschland ein paar wichtige Schritte auf dem Weg zu mehr Wohlergehen und Lebenszufriedenheit gemacht, da stellen sich schon wieder einige diesem Streben nach Glück entgegen. Klar als Fortschritt sollte verbucht werden, dass seit dem Tiefpunkt im Jahr 2000 deutlich mehr ältere Menschen beschäftigt sind. Damit bewegt sich Deutschland in die Richtung der Länder, in denen Einkommen und Lebenszufriedenheit deutlich höher sind als hierzulande. Und nun wollen manche die Altersteilzeit doch weiterführen und den Fortschritt bremsen.
Viele Argumente für eine längere Lebensarbeitszeit sind hinlänglich bekannt: Die Lebenserwartung der Deutschen steigt jedes Jahr um zweieinhalb Monate – da knirscht es in jedem Rentensystem, wenn man heute noch im gleichen Alter in Rente geht wie 1960. Noch weniger als die Deutschen arbeiten (pro Kopf der gesamten Bevölkerung gerechnet) in Europa nur die Italiener und die Franzosen – ein Mangel an kollektiver Freizeit kann also nicht Motiv für den Ruf nach geförderter Altersteilzeit sein.
Wichtiger als diese beiden Argumente mag aber sein, dass Arbeit zur Erfüllung und Lebenszufriedenheit jedes Einzelnen und damit der gesamten Gesellschaft beiträgt. Gut, die Arbeit an sich schmeckt nicht immer. Aber die Kontakte zu Kollegen am Arbeitsplatz und nach der Arbeit fördern erwiesenermaßen das Glück der Menschen. Viele Studien haben gezeigt, dass ein Arbeitsloser auch dann deutlich unglücklicher ist, wenn sein Einkommen ebenso hoch ist wie vor der Arbeitslosigkeit. Irgendetwas scheint ihm zu fehlen. Die Suche nach sozialen Kontakten erklärt auch, wieso sich viele Menschen im Alter in Initiativen oder für wohltätige Zwecke engagieren.
Vergleicht man ganze Gesellschaften miteinander, so zeigt sich, dass Länder mit hoher Lebenszufriedenheit auch eine hohe Beschäftigungsquote älterer Menschen aufweisen. In Schweden, Dänemark, der Schweiz und den USA arbeiten mehr als 60 Prozent aller Menschen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren – und dieser Anteil steigt fast jedes Jahr. In allen Umfragen zur Lebenszufriedenheit belegen diese Länder die obersten Plätze klar vor Deutschland. Wir haben den Beschäftigungsanteil Älterer seit dem Jahr 2000 immerhin von unter 40 auf 50 Prozent angehoben. Auf diesem Niveau darf aber nicht Schluss sein. Ein Anteil von 70 Prozent ist auch für Deutschland ein sinnvolles Ziel. In den führenden Ländern wird die Beschäftigungsquote der Menschen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren bald ähnlich hoch sein wie die der 35- bis 54-Jährigen. Somit wird die OECD wohl bald eine Beschäftigungsquote für Menschen im Alter von 65 bis 74 Jahren veröffentlichen müssen, um Unterschiede zwischen Altersgruppen sinnvoll abzubilden.
Eine hohe Beschäftigungsquote älterer Menschen ist sicherlich nicht die einzige Ursache für hohe Lebenszufriedenheit. In den genannten Ländern ist der Arbeitsmarkt insgesamt so gut organisiert, dass die Arbeitslosenquote deutlich unter dem Niveau in Deutschland liegt. Zudem ist der Arbeitsplatzschutz dort weniger strikt als hierzulande und die wirtschaftliche Freiheit, der Anteil der Menschen mit Hochschulausbildung und sogar die Geburtenraten sind höher als in Deutschland. Gesellschaftlicher Fortschritt hat viele Dimensionen, die aber eng miteinander verknüpft sind. Geld der Steuerzahler wird in zufriedenen Gesellschaften eher für frühkindliche Erziehung als für Frühverrentung ausgegeben.
Natürlich soll jeder Mensch die Freiheit behalten, dann in Rente zu gehen, wenn er das möchte – nur eben ohne zusätzliche Förderung. Wer im Alter mit wenig Geld auskommen mag, der soll auch mit 60 aufhören können. Gleiches gilt für denjenigen, der kräftig privat vorsorgt, um einen komfortablen Lebensabend zu genießen. Individuelle Freiheit ist ein wichtiger Baustein menschlicher Zufriedenheit. Zu einer glücksfördernden Beschäftigung älterer Menschen gehört natürlich ein großes Maß an Flexibilität der Unternehmen und jedes Einzelnen. In anderen Ländern ist es möglich, dass ein gelernter Dachdecker in höherem Alter an der Supermarktkasse arbeitet. Auch in Deutschland sollte das als gesellschaftlicher Fortschritt angesehen werden.
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Sun, 27 Jul 2008 04:00:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2008-07_hurra-wir-arbeiten-laenger Arbeitswelt Bildung Gesundheit
Warum in einer flachen Welt jeder die gleichen Chancen hat http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2006-09_Warum-in-einer-flachen-Welt-jeder-die-gleichen-Chancen-hat ( ) Deutschland ist Exportweltmeister, die DVD-Spieler kommen aus China, und das neue Hemd stammt aus der Türkei. Solche Auswirkungen der Globalisierung erlebt jeder von uns täglich. Genauere Zusammenhänge und die tieferen Ursachen bleiben aber meist verschwommen.
Das nun auf Deutsch erschienene Buch Die Welt ist flach von Thomas L. Friedman bringt Klarheit und Übersicht. Das Buch gibt den Blick frei auf eine Welt, die flacher geworden ist. In dieser flachen Welt finden alle Menschen mit den gleichen Fähigkeiten die gleichen Voraussetzungen vor. Sie können mit anderen Menschen in vielen Ecken der Welt ohne Zeitverzögerung zusammenarbeiten oder mit ihnen in Wettbewerb treten. Auch die Herausforderungen werden größer. Die flache Welt duldet keine ineffizienten Strukturen. Schließlich sind in Friedmans flacher Welt die Zeiten vorbei, in denen wenige das Schicksal aller anderen bestimmten. Das gilt für Industriekonglomerate, für kleine elitäre Führungszirkel und auch für die Jahrhunderte währende Dominanz der westlichen Welt.
Die Kräfte, die dafür sorgen, sind bekannt: der Fall der Mauer, das Glasfaserkabel, der 20-Fuß-Container und das Internet. Friedman illustriert diese Kräfte jedoch so detailliert, dass das Buch selbst für diejenigen ein Gewinn ist, die sich schon seit Jahren mit der Globalisierung befassen. Die Öffnung Indiens hatte beispielsweise viel mit dem Jahr-2000-Problem in der Datenverarbeitung zu tun.
Mit einem Schlag waren so viele englisch sprechende Programmierer gesucht, dass viele Unternehmen Glasfaserkabel von den USA nach Indien legten, um möglichst eng mit den dortigen Fachkräften in Verbindung zu stehen. Ein Jahr später platzte die New-Economy-Blase, und viele Eigner dieser Kabel gingen Pleite. Die Kabel fielen an die Banken, die Nutzungsgebühren ins Bodenlose. Wieder war die Welt etwas flacher geworden.
Friedmans Einblicke beschränken sich nicht auf spannende Details. Er hat das große Ganze im Griff und hilft dem Leser, die vielen Details systematisch einzuordnen. Die Schlussfolgerungen für Unternehmen und Wirtschaftspolitiker bringt der Autor dabei mit ganz einfachen Worten auf den Punkt. Als er klein war, hatten ihm seine Eltern gesagt: Tom, iss deinen Teller leer in China und Indien hungern die Menschen.Heute sagt er selber seinen Töchtern: Mädchen, macht eure Hausaufgaben in China und Indien sind die Menschen hungrig auf eure Jobs.
Bildung ist für Friedman der Weg, um ein Unantastbarer zu werden.Damit meint er Menschen, deren Job nicht einfach ausgelagert, digitalisiert oder automatisiert werden kann. Friedman will jeden Amerikaner auf eine Universität schicken.
Thomas Friedman schreibt aus der Perspektive eines Amerikaners und verwendet amerikanische Unternehmen als Beispiel. Er sieht die US-Gesellschaft (nicht die Unternehmen) schlecht vorbereitet auf die Herausforderungen der flachen Welt. Der deutsche Leser wird dabei schnell feststellen: Wenn die Amerikaner kaum vorbereitet sind, dann sind wir es noch viel weniger. Natürlich sind die Herausforderungen in Deutschland andere als in Amerika. Während Thomas Friedman für die Vereinigten Staaten die Möglichkeit fordert, Betriebsrentenansprüche von einem Arbeitgeber zum nächsten mitzunehmen, und für mehr soziale Sicherung plädiert, würde er für Deutschland wahrscheinlich eine negative Einkommensteuer fordern.
Entscheidend aber ist es, die Zusammenhänge in der flachen Welt zu kennen. Die länderspezifischen Konsequenzen ergeben sich dann von allein.
Thomas L. Friedman: Die Welt ist flach
Eine kurze Geschichte des 21. Jahrhunderts -
Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 2006 - 720 S., 26,80
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Thu, 21 Sep 2006 12:08:00 +0100 http://fortschrittszentrum.de/veroeffentlichungen/2006-09_Warum-in-einer-flachen-Welt-jeder-die-gleichen-Chancen-hat Fortschritt Wachstum