Zukünftebildung - Kompetenzen für mehr Lebensqualität

Das Fortschrittszentrum verwendet in seinen Dialogprozessen für mehr Lebensqualität wie „Gut leben digital“ oder „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurtbewährte Methoden aus Zukünfteforschung und Organisationsentwicklung. So wird die kollektive Intelligenz der Teilnehmenden sichtbar gemacht und miteinander verbunden. Gleichzeitig beteiligt sich das Zentrum an der Weiterentwicklung dieser Methoden, speziell der Zukünftebildung. Der Direktor des Zentrums, Dr. Stefan Bergheim, hat am Buch Transforming the Future – Anticipation in the 21st Century der UNESCO intensiv mitgearbeitet, Fallstudien editiert und ein Kapitel zu „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt“ beigetragen. Im Juni 2018 organisierten wir mit dem Herausgeber Riel Miller und weiteren Partnern eine Veranstaltung in Berlin (Einladung und graphische Ernte). In der Zeitschrift für Organisationsentwicklung ist nun unser Beitrag zur Zukünftebildung "Raum für Neues" erschienen.

Handbuch Lebensqualitätsprozesse

Unser methodisches Vorgehen für mehr Lebensqualität ist im Handbuch Lebensqualitätsprozesse (English version) zusammengefasst. Es stellt einen leistungsfähigen Prozess der Zukunftsgestaltung mit den vier Elementen Dialog, Visionen, Indikatoren und Handeln vor. Einblicke aus Lebensqualitätsprozessen weltweit werden verknüpft mit wissenschaftlicher Forschung und unserer Erfahrung aus eigenen Prozessen.

Lebensqualitätsprozess #gutlebendigital

Der Dialogprozess „Gut leben digital“ geht methodisch und inhaltlich neue Wege, indem der Lebensqualitätsdiskurs und der Digitalisierungsdiskurs im Dialog verbunden werden: Wie können wir die Digitalisierung so gestalten, dass sie sich möglichst positiv auf die Lebensqualität auswirkt? Zukunftsbilder, Handlungsempfehlungen sowie konkrete Projekte werden abgeleitet. Die erste Dialogphase fand von Herbst 2017 bis Frühjahr 2018 mit 12 Veranstaltungen und 20 Einzelinterviews statt. Zwischen August 2018 und Januar 2019 wurden in einer zweiten Dialogphase die Zwischenergebnisse zur Diskussion gestellt. Im Februar 2019 wurden 4 Kernaussagen veröffentlicht, kurz danach die überarbeiteten Ergebnisse. Die Vorgehensweise ist in der Studie zum Prozess beschrieben.

"Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt"

In unserem Prozess „Schöne Aussichten - Forum für Frankfurt" konnten die Einwohner von Frankfurt 2014/15 sagen was für sie zählt und gemeinsam an einer Verbesserung der Lebensqualität arbeiten. Auf der Auftaktveranstaltung waren 100 Bürger dabei (Impressionen), es folgten 15 kleinere Veranstaltungen und die Visionsveranstaltung  (Präsentation und Film mit Impressionen). Es schloss sich die Veranstaltung "Frankfurt, was zählt 2016" an (Dokumentation und Film dazu). Aus den Dialogen hat das Team Visionen für 10 Themenfelder abgeleitet und unter der Überschrift "Frankfurt, was zählt!" wurden 50 Indikatoren für Lebensqualität in Frankfurt vorgestellt. Konkrete Projekte wie die Repair Cafes und die Nachbarfeste können zu mehr Lebensqualität beitragen.

Regierungsstrategie „Gut leben in Deutschland"

Die Methoden des Fortschrittszentrums zur Verbesserung von Lebensqualität konnte unser Direktor 2014/15 als Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Regierungsstrategie "Gut leben in Deutschland" der Bundesregierung sichtbar machen.  Im Oktober 2016 wurde der Abschlussbericht "Gut leben in Deutschland - was uns wichtig ist" veröffentlicht. In der Begleitpublikation der Bundesregierung stellte Stefan Bergheim "Internationale Prozesse zur Förderung von Lebensqualität mit Beteiligung der Bürger" (auch auf englisch) vor. Im Laufe des Prozesses hatte er sich u.a. im ZDF Morgenmagazin, in der Tagesschau, im Deutschlandradio, im Blogbeitrag mit Ben Warner und im Gespräch mit dem Bundespresseamt geäußert.


Unsere Beiträge auf dem 1. Internationalen Deutschlandforum der Bundeskanzlerin 2013 zu „Was Menschen wichtig ist - Lebensqualität und Fortschritt" (ProgrammVideo ab 76:50 und Text von uns) sowie in der Arbeitsgruppe „Wohlstand, Lebensqualität und Fortschritt“ im Zukunftsdialog 2011/12 waren auf positive Resonanz gestoßen und in den Koalitionsvertrag 2013 eingegangen. Die Vorschläge der AG finden Sie hier ab Seite 103 in der Langfassung ab Seite 319 (in the English version from page 106). Bilder von den Veranstaltungen hier, hier und hier.

Studie „Besser leben in Deutschland"

Die Studie „Besser leben in Deutschland“ knüpft im Titel und inhaltlich an die Regierungsstrategie "Gut leben in Deutschland" an. Sie stellt 10 wichtige Indikatoren für Lebensqualität vor, die in Deutschland mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit erhalten sollten: die Wahlbeteiligung, die Analphabetenquote, die Armut trotz Erwerbstätigkeit, die Wohnkosten, das Sicherheitsgefühl, das Vertrauen in die Mitmenschen, die Suizidrate, die Mitgliedschaft in Sportvereinen, die Fettleibigkeit und der CO2-Ausstoß. Für jeden Indikator wird ein Ziel für das Jahr 2025 vorgeschlagen, welches im internationalen Vergleich realistisch erscheint.

Studie "Die glückliche Variante des Kapitalismus 2.0"

Zusätzlich zu den Dialogprozessen nutzen wir auch quantitative Analysen, um mehr darüber zu erfahren was Lebensqualität ausmacht und wie diese verbessert werden kann. Länder mit hoher Lebensqualität haben viele, teilweise überraschende Gemeinsamkeiten. Die Studie „Die glückliche Variante des Kapitalismus 2.0“ beleuchtet 25 Länder entlang von 16 Indikatoren.  Zu den Ländern der glücklichen Variante gehören Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, die Niederlande, die Schweiz, Neuseeland – und Deutschland. Dort ist u.a. die Arbeitslosenquote niedrig, die Arbeitszeit kurz, Wirtschaft und Presse sind frei, der Staat ist effektiv und Frauen haben eine relativ gleichberechtigte Position. Insgesamt wurden sechs Varianten des Kapitalismus identifiziert. "Die Welt" berichtete darüber.  Die Studie ist auch auf Englisch als „The happy variety of capitalism 2.0“ verfügbar.

Publikationsreihe „Schöne Aussichten"

Eine Basis für die Methoden des Fortschrittszentrums wurde in unserem Forschungsprojekt „Schöne Aussichten“ gelegt (Vorwort): Können Visionen Kräfte mobilisieren? Wie sieht eine wünschenswerte Zukunft aus? Wie können wir messen, ob wir dieser Zukunft näher kommen? Das Hintergrundpapier „Bessere Zukunft mit Visionen" von Juliane Pohl erläutert die Wirkung positiver Zukunftsbilder. Diese Folgen sind erschienen:
- Folge 1: Der Große Übergang (Juliane Pohl)
- Folge 2: Die Global Reporting Initiative (Veronica Barth)
- Folge 3: Tasmanien Gemeinsam (Stefan Bergheim) (also in English)
- Folge 4: Das Indikatorenprojekt Jacksonville (Matthias Verbeck)
- Folge 5: Die Vision 2050 des WBCSD (Kirsten Brühl)
- Folge 6: Die Traumgesellschaft (Juliane Pohl)
- Folge 7: Santa Cruz - Projekt zur Gemeinschaftsbewertung (Ines Seidel)
- Folge 8: Demokratie - Ein Ausflug ins Mögliche (Jan Lachenmayer und Timo Maier)
- Folge 9: Die Gemeinwohl-Ökonomie (Ulrike Reisach)
- Folge 10: Ireland 2016 (Hans-Peter Schoech)
- Folge 11: Werte schaffen Werte (Daniela Scholl)
Den Abschluss des Projekts bildete ein 16-seitiges Synthesepapier von Stefan Bergheim „Die Kraft gesellschaftlicher Visionen" mit vielen Einblicken und den Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt.

Fortschritt fördern – Mitglied werden

Werden Sie Teil unseres Fortschrittsnetzwerks und unterstützen Sie die gemeinnützige Arbeit des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt durch Ihre Mitgliedschaft. Mehr Informationen über unsere Arbeit, die ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert wird, finden Sie in unserem Faktenblatt, in der Vereinssatzung und im Tätigkeitsbericht für 2018. Wenn Sie überlegen uns zu unterstützen, so senden wir Ihnen gerne mehr Informationen über unsere Arbeit und unsere Projekte. mehr