Projekt "Gut leben digital"

Das Projekt „Gut leben digital“ des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt geht methodisch und inhaltlich neue Wege, indem es den Lebensqualitätsdiskurs mit dem Digitalisierungsdiskurs im Dialog verbindet: Wie können wir die Digitalisierung so gestalten, dass sie sich möglichst positiv auf unsere Lebensqualität auswirkt? Der zweijährige Prozess verwendet bewährte Methoden aus Zukunftsforschung und Organisationsentwicklung, um die kollektive Intelligenz der Teilnehmenden sichtbar zu machen und miteinander zu verbinden. Zukunftsbilder, Handlungsempfehlungen sowie konkrete Projekte werden abgeleitet. Die erste Dialogphase fand von Herbst 2017 bis Frühjahr 2018 mit 12 Veranstaltungen und 20 Einzelinterviews statt. Seit August 2018 werden in einer zweiten Dialogphase die Zwischenergebnisse für 11 Auswertungsfelder zur Diskussion gestellt. Zu einer größeren Veranstaltung laden wir mit dem Haus am Dom für den 22. Oktober 2018 ein.

Klare Positionen im Fortschrittsblog

Unsere Forschungsarbeiten zu neuen Wegen und Methoden für mehr Lebensqualität, die daraus abgeleiteten Vorschlägen im Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin, und unsere praktischen Erfahrungen aus „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt“ sind die Basis für den Fortschrittsblog. Hier bezieht der Direktor des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt klare Positionen zu aktuellen Themen rund um Dialog, Visionen, Messung und Handeln für mehr Lebensqualität. Jüngste Beiträge befassen sich u.a. mit der Weisheit der Digitalisierung, dem Zusammenspiel von Lebensqualität und Digitalisierung, der Messung des digtalen Fortschritts und mit der digitalsozialen Marktwirtschaft.

Buch über Methoden der Zukunftsforschung

Das Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt verwendet in seinen Dialogprozessen wie „Gut leben digital“ oder „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurtbewährte Methoden aus Zukunftsforschung und Organisationsentwicklung, um die kollektive Intelligenz der Teilnehmenden sichtbar zu machen und miteinander zu verbinden. Gleichzeitig beteiligt sich das Zentrum an der Weiterentwicklung dieser Methoden. Der Direktor des Zentrums, Dr. Stefan Bergheim, hat am Buch Transforming the Future – Anticipation in the 21st Century intensiv mitgearbeitet, Fallstudien editiert und ein eigenes Kapitel zu „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt“ beigetragen. Das Buch von Herausgeber Riel Miller ist online im open access zugänglich. Im Juni 2018 haben wir dazu mit mehreren Partnern eine Veranstaltung in Berlin organisiert (Einladung und graphische Ernte).

Studie „Besser leben in Deutschland"

Unsere Studie „Besser leben in Deutschland“ stellt 10 wichtige Indikatoren für Lebensqualität vor, die in Deutschland mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit erhalten sollten: die Wahlbeteiligung, die Analphabetenquote, die Armut trotz Erwerbstätigkeit, die Wohnkosten, das Sicherheitsgefühl, das Vertrauen in die Mitmenschen, die Suizidrate, die Mitgliedschaft in Sportvereinen, die Fettleibigkeit und der CO2-Ausstoß. Für jeden Indikator in dieser Auswahl wird ein Ziel für das Jahr 2025 vorgeschlagen, welches im internationalen Vergleich realistisch erscheint.

Studie "Die glückliche Variante des Kapitalismus 2.0"

Zusätzlich zu unseren Dialogprozessen nutzen wir auch quantitative Analysen, um mehr darüber zu erfahren was Lebensqualität ausmacht und wie diese verbessert werden kann. Länder mit einer hohen Lebensqualität haben viele, teilweise überraschende Gemeinsamkeiten. Unsere Studie „Die glückliche Variante des Kapitalismus 2.0“ beleuchtet 25 Länder entlang von 16 verschiedenen Indikatoren. Eine statistische Clusteranalyse fasst ähnliche Länder zu Gruppen zusammen.


Zu den Ländern der glücklichen Variante des Kapitalismus gehören Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, die Niederlande, die Schweiz, Neuseeland – und Deutschland. Dort ist z.B. die Arbeitslosenquote niedrig, die Arbeitszeit kurz, Wirtschaft und Presse sind frei, der Staat ist effektiv und Frauen spielen eine relativ gleichberechtigte Rolle. Insgesamt wurden sechs Varianten des Kapitalismus identifiziert und mit vielen Grafiken illustriert. "Die Welt" berichtete ausführlich darüber.  Die Studie ist auch auf Englisch als „The happy variety of capitalism 2.0“ verfügbar.

Handbuch Lebensqualitätsprozesse

Unsere Einblicke zu neuen Wegen und Methoden für mehr Lebensqualität haben wir in einem kleinen Handbuch Lebensqualitätsprozesse (English version) zusammengefasst. Es stellt einen leistungsfähigen Prozess der Zukunftsgestaltung mit den vier Elementen Dialog, Visionen, Messung und Handeln vor. Erfahrungen aus Lebensqualitätsprozessen in Deutschland und weltweit werden verknüpft mit wissenschaftlicher Forschung und unserer Praxis im Rahmen von „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt“. 

Regierungsstrategie „Gut leben in Deutschland"

Die Methoden des Zentrum für gesellschaflichen Fortschritt zur Verbesserung von Lebensqualität durfte unser Direktor 2014/15 als Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Regierungsstrategie "Gut leben in Deutschland" der Bundesregierung sichtbar machen. Zuvor hatte er im Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin 2011/12 einen Bürgerdialog zu Lebensqualität und darauf aufbauende Indikatoren vorgeschlagen.  Im Oktober 2016 wurde der Abschlussbericht "Gut leben in Deutschland - was uns wichtig ist" veröffentlicht. Der Prozess und die neuen Indikatoren wurden im Fortschrittsblog diskutiert. In der Begleitpublikation der Bundesregierung stellt Stefan Bergheim "Internationale Prozesse zur Förderung von Lebensqualität mit Beteiligung der Bürger" (auch auf englisch) vor.  Im Laufe des Prozesses hatte sich Stefan Bergheim u.a. im ZDF Morgenmagazin, in der Tagesschau, im Deutschlandradio, im Blogbeitrag mit Ben Warner und im Gespräch mit dem Bundespresseamt geäußert.


Unsere Beiträge auf dem 1. Internationalen Deutschlandforum der Bundeskanzlerin 2013 zu „Was Menschen wichtig ist - Lebensqualität und Fortschritt" (ProgrammVideo ab 76:50 und Text von uns) sowie in der Arbeitsgruppe „Wohlstand, Lebensqualität und Fortschritt“ im Zukunftsdialog 2011/12 waren auf positive Resonanz gestoßen und in den Kolaitionsvertrag 2013 eingegangen. Die Vorschläge der AG finden Sie hier ab Seite 103 in der Langfassung ab Seite 319 (in the English version from page 106). Ein Bürgerdialog zu Lebensqualität ist Vorschlag 1, das Berichtssystem Vorschlag 3 und der Fortschrittsbericht Vorschlag 8. Bilder von den Veranstaltungen hier, hier und hier.

Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt

In unserem Dialogprozess „Schöne Aussichten - Forum für Frankfurt" konnten die Einwohner von Frankfurt 2014/15 sagen was für sie zählt und gemeinsam an einer Verbesserung der Lebensqualität arbeiten. Auf der Auftaktveranstaltung iwaren 100 Bürger dabei (Impressionen), es folgten 15 kleinere Veranstaltungen und die Visionsveranstaltung im November 2014 (Präsentation und Film mit Impressionen). Im Februar 2016 schloss sich die Veranstaltung "Frankfurt, was zählt 2016" an (Dokumentation und Film dazu).
Aus den Dialogen hat das Team Visionen für 10 Themenfelder abgeleitet. Im Juni 2015 wurden unter der Überschrift "Frankfurt, was zählt!" 50 Indikatoren für Lebensqualität in Frankfurt vorgestellt. Konkrete Projekte wie die Repair Cafes und die Nachbarfeste können zu mehr Lebensqualität beitragen. Visionen und Indikatoren werden nun von verschiedenen Akteuren in der Stadtgesellschaft für ihre eigene Arbeit genutzt.

Publikationsreihe „Schöne Aussichten"

Eine Basis für die Methoden des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt wurde in unserem Forschungsprojekt „Schöne Aussichten“ gelegt (Vorwort): Können Visionen Kräfte mobilisieren? Wie sieht eine wünschenswerte Zukunft aus? Wie können wir messen, ob wir dieser Zukunft näher kommen? Das Hintergrundpapier „Bessere Zukunft mit Visionen" von Juliane Pohl erläutert die Wirkung positiver Zukunftsbilder. Die erschienen Folgen sind:
- Folge 1: Der Große Übergang (Juliane Pohl)
- Folge 2: Die Global Reporting Initiative (Veronica Barth)
- Folge 3: Tasmanien Gemeinsam (Stefan Bergheim) (also in English)
- Folge 4: Das Indikatorenprojekt Jacksonville (Matthias Verbeck)
- Folge 5: Die Vision 2050 des WBCSD (Kirsten Brühl)
- Folge 6: Die Traumgesellschaft (Juliane Pohl)
- Folge 7: Santa Cruz - Projekt zur Gemeinschaftsbewertung (Ines Seidel)
- Folge 8: Demokratie - Ein Ausflug ins Mögliche (Jan Lachenmayer und Timo Maier)
- Folge 9: Die Gemeinwohl-Ökonomie (Ulrike Reisach)
- Folge 10: Ireland 2016 (Hans-Peter Schoech)
- Folge 11: Werte schaffen Werte (Daniela Scholl)
Den Abschluss des Projekts bildete ein 16-seitiges Synthesepapie von Stefan Bergheim „Die Kraft gesellschaftlicher Visionen" mit vielen Einblicken und den Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt.

Fortschritt fördern – Mitglied werden

Werden Sie Teil unseres Fortschrittsnetzwerks und unterstützen Sie die gemeinnützige Arbeit des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt durch Ihre Mitgliedschaft. Mehr Informationen über unsere Arbeit, die ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert wird, finden Sie in unserem Faktenblatt, in der Vereinssatzung und im Tätigkeitsbericht für 2014. Wenn Sie überlegen uns zu unterstützen, so senden wir Ihnen gerne mehr Informationen über unsere Arbeit und unsere Projekte. mehr